Schülerschaft

Selbstverteidigung für Achtklässler: Quietsch, Zisch und Quak

Wie verteidige ich mich richtig? Wie verhalte ich mich, wenn ich oder Andere angegriffen werden?
Das und noch mehr lernten einige Schüler der achten Klassen, die nicht beim England-Austausch dabei waren, bei einem Selbstverteidigungskurs in unserer Sporthalle.
Nicht nur die letztendliche Verteidigung war dabei wichtig, wie die Trainer, einer von ihnen Frederik Fietz aus der K2, betonten: Ein großes Augenmerk liegt auch auf der Prävention und dem Ziel, gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen. So lautet das Motto: „Der beste Kampf ist der, den wir nicht kämpfen müssen“
Drei Selbstverteidigungstrainer der ESDO Hardt aus Leopoldshafen machten es sich zum Ziel, die Jugendlichen gegen Gewalt zu mobilisieren; die eigenen Grenzen zu finden und einzufordern gehört zu den Basics der Selbstverteidigung, so die Trainer.
Angefangen wurde zunächst mit einem kurzen Theorieteil, der unter anderem zeigte, was der Gesetzgeber unter Notwehr versteht und wo hier das Limit ist.
Nach dem allgemeinen Aufwärmen mit Konzentrations-, Kraft- und Ausdauertraining wurde mit den Grundlagen begonnen: Grenzen, Auftreten, und Körperhaltung.
Quietsch, Zisch und Quak – drei einfache Techniken zur Befreiung – sind faszinierend simpel und doch beachtlich wirkungsvoll.
Lange dauert es allerdings nicht, bis sich die Achtklässler dann in den Griffen und Hebeln ihrer Partner wiederfinden: Von Schlägen und Tritten über Hebeltechniken bis hin zum Einblick in die Lehre von Nervendruck- und Schmerzpunkten wurde alles für den Ernstfall ausprobiert. Auch vor dem Waffeneinsatz wurde kein Halt gemacht: Mit Stöcken, Messern und Ketten griffen die Trainer an und mussten zuletzt immer wieder – durch die Jugendlichen entwaffnet – aufgeben.
Wir bedanken uns bei den Trainern der ESDO Hardt für zwei interessante und lehrreiche Schultage! Frederik Fietz, K2

Einmal Mittelalter und zurück: Auf den Spuren der Mönche in Maulbronn

Die Erkundung des Klosters Maulbronn war das Ziel eines Ausflugs der Klasse 7a. Mit der Straßenbahn fuhren wir bis nach Bretten, doch aufgrund einer kleinen Bahnverspätung hatte der Bus nach Maulbronn dort leider nicht auf uns gewartet. So mussten wir eine Stunde ausharren, bis uns der nächste Bus nach Maulbronn brachte. Nach einem kleinen Fußmarsch erreichten wir dann endlich das Kloster.
Zuerst betraten wir die Klosterkirche, den wichtigsten Ort für die Mönche, da sie dort gebetet hatten. Sie war durch eine Mauer in zwei Bereiche aufgeteilt: Auf der einen Seite durften sich die Laienbrüder, die aus Bauernfamilien stammten, aufhalten und auf der anderen Seite die geweihten Mönche, die aus adeligen Familien stammten.
Im Teil für die Mönche gab es nur das Chorgestühl, eine Art Klappsitz, in dem man stehen musste. Falls ein Mönch während eines Gottesdienstes einschlief und nach unten sackte, klappte der Sitz mit einem sehr deutlichen Knall zu und alle Mönche erkannten den Schläfer. Deshalb stammt der heute noch gängige Satz ‚Halt die Klappe‘ aus dieser Zeit. Gemeint waren nämlich die mittelalterlichen Holzklappsitze des Chorgestühls, die man ‚halten‘ sollte, damit sie nicht zufallen konnten. Da diese Stühle sehr alt sind und geschützt werden sollen, dürfen in diesen Bereich heute keine Besucher mehr hinein.
Nun gingen wir am Dormitorium (dem Schlafsaal) vorbei in den Kreuzgang und in den von dort aus erreichbaren Kapitelsaal, in dem wichtige Entscheidungen von den Mönchen getroffen wurden.
Außerdem wurden, wie der Name schon sagt, Kapitel aus der Bibel vorgelesen. Der Mönch, der vorlas, stand auf einer erhobenen Position. Auch fanden in diesem Raum möglicherweise früher Trauerfeiern für verstorbene Mönche statt.
Weiter ging es zu einem Raum, in dem die Mönche früher ein großes Feuer brennen ließen. Die Wärme des Feuers stieg durch Öffnungen in der Decke in den Raum darüber auf, so dass sich die Mönche darin aufwärmen konnten.
Nun kamen wir ins Refektorium (den Speisesaal). Vor dem Essen wuschen sich die Mönche ihre Hände im Brunnen gegenüber des Speisesaals. Wir erfuhren, dass der Ursprung des Klosters die Quelle war, die diesen Brunnen speist. Ein Maulesel hatte diese Quelle gefunden und damit war an diesem Standort das wichtige Wasser vorhanden, das Grundlage für den Bau des Klosters war. Daher stammt auch der Name des Klosters und der Stadt ‚Maulbronn‘.
Die Mönche aßen früher still, während ein anderer Mönch aus der Bibel vorlas. Zu trinken gab es meistens nur Wasser. Nach dem Essen durften die Mönche aber jeden Finger einmal in Wein stecken, der in einer Rinne an der dicksten Säule herunterfloss. Dieser Wein wurde‚11-Finger-Wein‘ genannt, da die Mönche gerne 11 Finger gehabt hätten, um noch mehr Wein zu ‚schlecken‘.
Nach der Führung gingen wir in ein Atelier, in dem wir Buchbinden per Hand lernten – fast so wie die Mönche früher.
Nachdem wir alle unsere Bücher mit Faden, Nadel und Kleber gebunden hatten, konnten wir uns noch zwei schöne Bilder des Klosters aussuchen und sie auf die beiden Seiten des Einbandes kleben. Doch dann hieß es auch schon wieder „Tschüss Maulbronn“ und wir mussten uns auf den Rückweg nach Neureut machen.
Doch auch wenn der Ausflug ins Mittelalter sehr spannend und faszinierend gewesen ist: Im Kloster leben, das hätte heute keiner mehr von uns gewollt.

Philipp Delfinopoulos, 7a

Wintersporttag: Perfekte Bedingungen für Trekker, Alpine und Langläufer

Der für die Klassenstufe 6 des Gymnasiums Neureut festgeschriebene Wintersporttag fand am 31. Januar 2019 mit 68 Schülerinnen und Schülern sowie 18 Begleitpersonen im Schneeparadies an der Schwarzwaldhochstraße statt, das seinem Namen mit viel Pulverschnee und reichlich Sonnenschein gerecht wurde. Das beim diesjährigen Sporttag etwas weiter abgesteckte Revier im Nationalpark bot den Alpinen (13 Skifahrer und ein Snowboarder) am Seibelseckle, den Schneeschuh-Gehern (26) am Ruhestein und den Langläufern (28) in Herrenwies perfekte Bedingungen.
Koordiniert wurden die Aktivitäten in den verschiedenen Schneesportarten von Patrick Krätz, dem stellvertretenden Schulleiter, und von Aleks Griesinger, der Abteilungsleiterin für das Fach Sport. Die Alpinen, geführt von Johannes Rieger und Aleks Griesinger, mussten beim Vorfahren und Aufsagen der FIS-Regeln zunächst ihre Pistentauglichkeit unter Beweis stellen; dann wurde in zwei Gruppen Skischule gefahren, bevor der Pistenspaß im Pulverschnee beim freien Fahren in Dreiergruppen fast keine Grenzen mehr kannte. Unterstützt wurden die jungen Alpinen von drei Schülern des Sport-Neigungskurses; Noah und Laurin kümmerten sich um die Fördergruppe der Skifahrer, Nils um unseren Exoten, den einzigen Snowboarder. Alle hatten in der Mittagspause Gelegenheit sich mit Rucksack-Verpflegung oder einer kleinen Mahlzeit aus der Skibar oder Rasthütte zu stärken und in die Sonne zu blinzeln, so dass sich sogar Urlaubsfeeling eingestellt haben soll…
Den Schneeschuh-Gehern zeigten Andreas und Uwe, zwei Guides des Nationalparkzentrums, das Schneeparadies am Ruhestein. Sie führten in zwei Gruppen auf einem Ruhestein-Trail behutsam in die Sportart ein. Dabei erwies sich das Handling der Schneeschuhe zunächst als gar nicht so einfach wie gedacht, aber mit der tatkräftigen Unterstützung der beiden Guides, der beiden Lehrerinnen Birgit Sackmann und Gabriele Schwendinger und der Sport-Neigungskurs-Schüler Jonas und Tim gelang es allen, bei schönstem Sonnenschein auf versteckten Pfaden durch den Tiefschnee zu trekken. Da das Vorwärtskommen im ein Meter hohen Schnee sehr anstrengend war und viel Zeit in Anspruch nahm, obwohl immer einer der Guides den Weg durch den unberührten Schnee bahnte, musste die Tour gekürzt und das Ziel „Darmstädter Hütte“ mit Einkehr leider abgesagt werden. Dafür gab es Ess-/Trinkpausen zwischendurch und auch spielerisch Gelegenheit, immer wieder Interessantes über die Tiere im Winterwald, nach der Rückkehr ins Nationalparkzentrum auch viel über die Entstehung und Entwicklung des Nationalparks zu erfahren. Am Ende hätten nicht wenige die Tour gern fortgesetzt, aber auch eingeräumt, dass Schneeschuh-Trekking durchaus eine sportliche Angelegenheit ist.
Der großen Zahl der Nordischen bot die traumhafte Schulungsloipe in Herrenwies beste Einsteiger-Bedingungen. Das von Wolfgang Strohbeck angeführte Betreuerteam mit Beate Blaeß, Torsten Herrmann, Philipp Kupferschmied, Timo Lindl, Steffen Markert, Anja Pfisterer und Joscha Thoma bot allen Langläufern in Kleingruppen auf den dick mit Schnee gepuderten Seewiesen, die eine wunderbare Spielwiese waren, die Gelegenheit, in den gut gespurten Loipen die Basics wirklich spielerisch zu erlernen. Selbst die Rolle vorwärts in den watteweichen Schnee soll ein Vergnügen gewesen sein…
Nach einem Mittagessen in der an die Schulungsloipe angrenzenden Jugendherberge wechselten die jungen Nordischen gestärkt in den Teil der Schulungsloipe auf Höhe des Langlaufcenters Herrenwies, in dem sich die Anforderungen an die Klassische Technik auf dem Laufski steigern ließen. Wirklich ernst wurde es danach, als alle beim Langlaufcenter in die traumhaft gespurte Schwarzenberg-Loipe einstiegen, sich dort der „Sensation des Gleitens“ hingaben und bei den Abfahrten – mit in den Gruppen unterschiedlich gewähltem Schwierigkeitsgrad – die Erfahrung machten, dass es wirklich nicht unwichtig ist, dass man vorher das Bremsen, Fallen und Aufstehen erlernt hat…
Es war 15:30 Uhr, als die Schneeschuh-Trekker zusammen mit den Alpinen, 16:00 Uhr, als die Nordischen am Seibelseckle das Schneeparadies an der Schwarzwaldhochstraße nach einem herrlichen Wintertag ohne Verluste und jeweils mit dem Bus verließen, mit dem sie am Vormittag – dem Schneechaos in Karlsruhe geschuldet – erst gegen 10:00 Uhr angereist waren.
Die Begleitpersonen schauten allenthalben in müde und zufriedene Gesichter. (WS)

Bezirksfinale Schulschachmeisterschaften

Am Samstag, dem 2.2.2019, fand das diesjährige Karlsruher Bezirksfinale der Schulschachmeisterschaften im Bildungszentrum Pfinztal statt.

Am erfolgreichsten war wie im bereits im vergangenen Jahr die Mannschaft im Wettkampf 5 (für Schüler der Klasse 5 und tiefer), allerdings in komplett neuer Besetzung mit Julian Lindl, Carlos Claussen, Devin Riefert und Alexander Seitz. Die Mannschaft gewann sehr souverän die ersten 6 Spiele, bevor dann in der letzten Runde gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagene Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums Julian an Brett 1 und Carlos an Brett 2 recht nachlässig spielten und ihre Partien verloren. Devin und Alexander behielten jedoch die Nerven und gewannen an den hinteren Brettern, und dieses Unentschieden genügte dank geschlossener Mannschaftsleistung (Julian 5, Carlos 6, Devin 7 und Alexander 6,5 Punkte aus 7 Partien) mit einem Vorsprung von 1,5 Brettpunkten für Platz 1 in der Mannschaftswertung! Leider darf diese Mannschaft nicht am Nordbadischen Finale teilnehmen, da nicht alle Spieler dem Gymnasium angehörten; durch mehrere Absagen im Vorfeld war die Mannschaft nur noch zu dritt und wurde daher mit Leihspieler Julian Lindl von der Grundschule Linkenheim ergänzt. Auch den Siegerpokal mussten wir deshalb nach dem Foto an die Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums weiterreichen, denen wir in der nächsten Runde viel Erfolg wünschen!

Im Wettkampf 4 (bis Jahrgang 2005) traten insgesamt nur vier Mannschaften an, davon zwei von uns. Die erste Mannschaft mit Mark Scheinmaier, Justus Braun, Hendrik Dasselaar und Leon Liu belegte Platz 2 hinter dem klar favorisierten Bismarck-Gymnasium. Dabei spielte unsere Mann-schaft gegen das Bismarck sehr gut und verlor in der Hinrunde nur knapp mit 1,5 zu 2,5, in der Rückrunde erreichte man sogar ein Unentschieden dank starker Leistung von Hendrik Dasselaar an Brett 3 , der dort gegen einen nominell klar stärkeren Gegner ein Remis und einen Sieg erkämpfen konnte. In unserer zweiten Mannschaft spielten Jonas Fuhr, Leonard Seibert, Sarah Ulrich und die für den kurzfristig erkrankten András Zavaschi eingesprungene Leihspielerin Bianca Ulrich von der Nordschule Neureut. Diese Mannschaft konnte erwartungsgemäß gegen die erfah-renen Vereinsspieler nicht viel ausrichten und belegte Platz 4. Immerhin erkämpfte Sarah Ulrich zwei Siege gegen ihren Gegner vom Max-Planck-Gymnasium.

Ebenfalls Lehrgeld bezahlen musste die Mannschaft im Wettkampf 3 (bis Jahrgang 2003); dort spielten Oskar Krück, Yasmin El Mekkaoui, Nele Wielgosch und Jan Wallhäuser und belegten den achten und letzten Platz. Dabei erreichte Yasmin 2,5 Punkte aus 7 Partien an Brett 2, wobei sie einige klar bessere Stellungen durch vermeidbare Fehler noch verloren hatte. Jan Wallhäuser holte 1,5 Punkte aus 7 Partien am vierten Brett, auch er hatte in einigen Runden bessere Stellungen mit Gewinnmöglichkeiten herausgespielt, konnte diese dann aber nicht verwerten.

Sämtliche Einzelergebnisse und viele Fotos der Veranstaltung sind auf der Website der Karlsruher Schachfreunde (www.ksf1853.de) eingestellt.

T. Lindl

Wir werden 50: ideenreich, kreativ und witzig

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Wahrlich groß ist das Ereignis, das dem Gymnasium Neureut bevorsteht: Die Schule feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Schon lange ist es in der Unterfeldstraße gute Tradition, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler durch zahlreiche außerunterrichtliche Veranstaltungen zu stärken. In diesem Jahr aber offenbart sich der Ideenreichtum und die Kreativität der SMV und vieler Lehrerinnen und Lehrer in besonderem Maße. Bei einer Schulversammlung, ein äußerst seltenes Ereignis, zu dem alle Klassen und Kurse – insgesamt 650 Kinder und Jugendliche - sowie die Lehrerinnen und Lehrer in die Pausenhalle eingeladen sind, wurden nun die Veranstaltungen der kommenden Monate vorgestellt.
Unter dem Motto „50 Jahre“ finden Anfang Juni Projekttage statt, die das Thema literarisch, künstlerisch, kulinarisch, modisch oder auch musikalisch unter die Lupe nehmen. Die Schülerinnen und Schüler dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und auch selbst Projekte anbieten. „Wir sind sicher, da zeigt sich sehr viel Potenzial“, betonte SMV-Verbindungslehrerin Caroline Wenz. Einen Fotowettbewerb unter dem gleichen Motto wird die SMV veranstalten, wie Schülersprecher Rouven Düppuis erläuterte. Alles, was sich fotografisch kreativ mit der Zahl 50 anstellen lässt, ist hier gefragt. Die Fachschaft Deutsch hat einen Schreibwettbewerb für die verschiedenen Klassenstufen ausgelobt: Wie wird das Gymnasium Neureut im Jahre 2069 wohl aussehen? Was werden die Enkel der heutigen Schüler ihren Großeltern über den Unterricht erzählen? „Wir würden uns freuen, wenn kreative und witzige Sachen rauskommen würden“, so Birgit Breunig, Abteilungsleiterin für das Fach Deutsch. Ganz bestimmt witzig wird der sogenannte „Musikalische Countdown“: Täglich sollen in einer der großen Pausen drei Hits zu hören sein, an jedem Tag aus einem anderen Jahr – von 1969 bis 2019. Auch hier dürfen die Schülerinnen und Schüler ihren Favoriten wählen. Visuell untermalt wird die Musik von Bildern aus eben diesen Jahren, die SMV-Verbindungslehrer Stefan Kruhl zusammen mit seinem Kurs ausgesucht und zusammengestellt hat. „Es wird drei Rubriken geben: Deutschland, die Welt und das Gymnasium Neureut“, erklärte er. Neben all diesen Events und Veranstaltungen, die in den Schulalltag eingebaut werden, wird es noch eine Festschrift geben, in der vor allem ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten sowie Lehrkräfte zu Wort kommen und ihre Geschichten über das Gymnasium Neureut erzählen. Der große Festakt schließlich wird am Samstag, 29. Juni, in der Badnerlandhalle stattfinden und schließlich im Schulhaus mit einer Führung für Ehemalige und einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.
Dass das Recht auf Bildung und ein solch gute Schulgemeinschaft keinesfalls selbstverständlich sind, machte Religionslehrer Ludwig Streib am Ende der Schulversammlung deutlich. „Was wir hoffen dürfen, egal welcher Religion wir sind: dass Gottes Segen uns begleitet“, sagte er. Er wünschte allen ein gutes Jubiläumsjahr und bat noch einmal um Unterstützung von ganz oben: „Sei wie der Himmel immer über unserer Schule.“ (mh)

In der Krippe erkennen, was Gott für einer ist

Fast 70 Millionen Menschen auf der Erde sind derzeit auf der Flucht. Sie haben ihre Heimat verlassen, um sich zu retten, um Frieden zu finden oder einfach, um ein besseres Leben zu führen. Sie haben sich aufgemacht. Aber auch wir, die wir das Glück haben, nicht wegen Krieges oder Hunger flüchten zu müssen, machen uns immer wieder auf. Wir gehen Wege, die Mut erfordern, weil wir schwierige Aufgaben erledigen, uns bei jemandem entschuldigen oder einen Menschen in einer schweren Situation begleiten sollen. „Mache Dich auf“ war auch der Titel des diesjährigen Weihnachtsgottesdienstes des Gymnasiums Neureut.

„Was für ein wundervoller Anblick – bunt und lebendig“, freute sich Religionslehrerin Andrea Hauber angesichts der sehr gut besuchten Kirche St. Judas Thaddäus. Zusammen mit ihrem Kollegen Ralf Kirschke und zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus allen Klassenstufen hatte sie diesen feierlichen Gottesdienst gestaltet und organisiert. Mit dabei waren auch die Lehrerinnen Claudia Klant und Christine Schott, die die ökumenische Veranstaltung zusammen mit Schülern instrumental umrahmten, und Lehrer Alexander Völker, der die Weihnachtsgeschichte vorlas. „Stellt euch vor, es hätten sich heute Morgen nicht so viele aufgemacht, um mit uns Gottesdienst zu feiern“, gab Hauber zu bedenken. „Der Raum wäre menschenleer und trist.“ Unterwegs zu sein, präge uns alle. Schon vor 2000 Jahren seien die Menschen unterwegs gewesen und hätten ein Ziel gehabt, so die junge Lehrerin. Diese Geschichte von Weihnachten erzählten und spielten Schülerinnen und Schüler als modern erzähltes Evangelium. „Mitten im Nichts ein Kind“, staunte da ein Hirte, gespielt von einer Fünftklässlerin. „Klein und doch so voller Liebe.“ Und in der modernen Weihnachtsgeschichte machten sich auch Schülerinnen und Schüler zur Krippe auf und tauschten sich über ihre Gedanken aus. „Ich glaube, dass ich dem Kind alles anvertrauen kann“, sagte eine Schülerin. Für ihren Mitschüler war es wichtig, die Botschaft in die Welt hinauszutragen, wie wichtig Respekt ist und dass jeder Einzelne, auch der Kleine und Schwache, zählt.

Wenn die Menschen sich damals nicht aufgemacht hätten, wüsste niemand von dem Kind in der Krippe und das Gesicht Gottes wäre weiter im Dunkeln geblieben. „Und das macht mich froh und gibt mir Vertrauen, dass wir in der Krippe erkennen können, was Gott für einer ist“, so Ralf Kirschke. Gott sei Mensch geworden, so Andrea Hauber, und zeige sich als Kind. Aufzustehen, sich aufzumachen zu diesem Kind und es in unsere Herzen zu lassen; mit einer neuen Sicht aus diesem Gottesdienst in die Welt zu gehen – darum ginge es. Und so war die Botschaft an die Schülerinnen und Schüler, an die Lehrerinnen und Lehrer für die Weihnachtszeit und weit darüber hinaus: „Hört nicht auf aufzustehen!“ (mh)

Von Tiefseequallen, „meinem persönlichen Außenseiteralbtraum“ und davon, wie Lügen zu einer literarischen Karriere werden können.

Zum Auftakt der Anti-Mobbing-Tage der siebten Klassen las die Jugendbuchautorin Stefanie Höfler für die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Roman „Tanz der Tiefseequalle“, der für den deutschen Jugendbuchpreis 2018 nominiert war.
Ein Teil der Siebtklässler/innen hatte den Roman bereits im Unterricht gelesen und es ist kein alltägliches Erlebnis, eine Autorin, deren Werk man im Fach Deutsch durchgenommen hat, live zu erleben, sie darüber sprechen zu hören, wie es überhaupt zu dem Roman kam, nach seiner Meinung über die Geschichte und die Figuren gefragt zu werden und selber Fragen stellen und Kritik äußern zu können.
Die beiden Hauptfiguren sind Nico, der wegen seines Übergewichts verlacht und geärgert, ausgegrenzt und terrorisiert wird, der sich als „Tiefseequalle“ beschimpfen lassen muss. Und die schöne Sera, die es nicht gut findet, wie alle mit Nico umgehen, aber nichts tut. Die zwar sehr gut aussieht, sich aber trotzdem nicht vor dem „tollsten“ Jungen der Klasse schützen kann, als der sie begrabscht und beknuscht.
Laut Stefanie Höfler erzählen sie die gleiche Geschichte, aber doch nicht dieselbe. Sie liest Passagen aus dem Roman vor und verdeutlicht die Perspektiven der Figuren, indem sie zwischen zwei Stühlen wechselt: Als Nico liest sie auf dem schwarzen Stuhl, als Sera auf dem weißen. Anschließend tauscht sie sich mit den Schülerinnen und Schülern über die gelesenen Abschnitte aus: Hättet ihr euch so verhalten wie Mobbingopfer Nico? Was ist ein Held? Kann ein Held Mobbingopfer werden? Stellen die Schülerinnen und Schüler sich die Figuren so vor, wie sie sich die Autorin vorgestellt hat? Welche Handlungsmöglichkeiten für die Charaktere hätten sie gesehen? Wie ist die Autorin auf die Idee zu der Geschichte gekommen?
Die Jugendlichen beteiligten sich engagiert am Gespräch und erfuhren viel Interessantes: Stefanie Höfler hat als Lehrerin selbst Mobbingopfer betreut. Sie hat erlebt wie es ist, wenn jemand „aufs Übelste drangsaliert wird“. Sie ist als Schülerin mit einem Jungen befreundet gewesen, dem jegliche Körperbehaarung fehlte und dessen Aussehen daher sehr weit weg vom Normbild war. Diese Erfahrungen hätten schließlich zur Idee geführt eine Geschichte über jemanden zu schreiben, der nicht dem gesellschaftlich normierten, als schön empfundenen, erwarteten Aussehen entspreche. Zum Teil kämen Szenen ihrem „persönlichen Außenseiteralbtraum“ gleich.
Auf Nachfragen beschreibt die Autorin, wie das überhaupt vor sich geht, wenn man ein Buch schreibt, was zwischen der Idee und dem Buch, das man in die Hand nehmen kann, alles liegt. Und gefragt, wie sie überhaupt Autorin geworden sei, stellt sie eine Gegenfrage: „Wer von euch hat schon mal seine Eltern angelogen?“ Nach einigen verschämten Blicken hin und her meldet sich ihr gesamtes Publikum. (Man behauptet: einschließlich anwesender Lehrkräfte!) Und Stefanie Höfler berichtet fröhlich, dass es eine Phase in ihrer Kindheit gegeben habe, in der sie sehr gern gelogen habe, was für ihre Eltern nicht leicht gewesen sei. Aber sie habe solchen Spaß daran gehabt, dass sie irgendwann damit begonnen habe, die ausgedachten Dinge aufzuschreiben. Es habe aber dann noch gedauert, bis sie über 30 gewesen sei, bevor sie ihren ersten Roman geschrieben habe.
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ schreibt über „Tanz der Tiefseequalle“, es sei „ein Roman über Mobbing und die Gewalt von Sprache. [...]. Es geht um Liebe, um Verrat und darum, was Freundschaft bedeutet. Kurzum, es geht um so ziemlich alles, was einen beim Erwachsenwerden umtreiben kann.« [Katrin Hörnlein, DIE ZEIT, 9.3.2017]

Es scheint also genau der richtige Roman für Schule und Unterricht zu sein!

Studienfahrt Paris (Kurs Buff)

Begrüßung zum Jugendforum

Jugendforum der Atomtage: „Das hat uns die Augen geöffnet“

Die  Forderungen  der  Schülerinnen  und  Schüler  des  Gymnasiums  Neureut  sind eindeutig: die Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit und eine viel stärkere Nutzung  erneuerbarer  Energien.  „Uns  ärgert,  dass  Deutschland  Uran  aus Ländern  bezieht,  wo  die  Menschenrechte  massiv  verletzt  werden“,  so  Tijana Tomcic.  Zusammen  mit  Lucas  Denecken  und  Kim  Winkler  war  Tijana  als Vertreterin  des  Jugendforums  der  Karlsruher  Atomtage  zur Abschlussveranstaltung  im  Ziegler-Saal  in  der  Südstadt  gekommen,  um  die
Forderungen, den Ärger und die Fragen der jungen Leute in die Öffentlichkeit zu tragen.
Bereits das 4. Mal veranstaltete Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete von Bündnis  90/Die  Grünen  sowie  Vorsitzende  des  Ausschusses  Umwelt, Naturschutz  und  nukleare  Sicherheit,  zusammen  mit  dem  Landes-  und Kreisverband  sowie  den  Grünen  im  Europäischen  Parlament  die  Karlsruher Atomtage  mit  Vorträgen  und  Exkursionen.  Alljährlich  findet  hierbei  auch  ein Jugendforum  an  einer  Schule  statt.  Die  Fachschaft  Gemeinschaftskunde  des Gymnasiums Neureut hatte sich entschlossen, das Forum mit dem Titel „Uran – der Stoff, aus dem die Albträume sind“ zusammen mit dem Wahlkreisbüro von Sylvia  Kotting-Uhl  zu  organisieren  und  in  den  Räumen  des  Gymnasiums  zu veranstalten. Mit von der Partie waren beide Leistungskurse Politik der 11. und 12. Klasse. Einerseits war das Ziel des halbtägigen Workshops, die Schülerinnen und Schüler für politische Arbeit zu begeistern, sie zu kritischen und engagierten Bürgern  zu  machen,  die  etwas  bewegen  wollen.  Andererseits  ist  der  Nutzen einer aktiven Menschenrechtspolitik auch Thema des Bildungsplans.  
Bereits  vor  dem  Jugendforum  waren  die  Oberstufenschüler  beim  Besuch  des Films „Yellow cake – die Lüge von der sauberen Energie“ im Schauburg-Kino mit dem Abbau von Uran in der ehemaligen DDR, in Kanada, Australien und Namibia konfrontiert  worden.  Besonders  entsetzte  die  Schüler,  was  mit  den unglaublichen Mengen an strahlendem Abfall geschieht, der bei der Gewinnung von  Uran  anfällt.  „Das  hat  mich  total  schockiert“,  so  Lucas  Denecken,  der  die Oberstufe  auf  dem  Podium  der  Abschlussveranstaltung  vertrat.  „Wir  müssen dieses Wissen an alle weitergeben. Viele haben davon keine Ahnung“.  
Beim  Workshop  in  der  Schule  hatten  die  Kurse  in  Kleingruppen  am  Computer zum Thema Uranabbau recherchiert: Was ist Uran überhaupt? Wo wird es unter welchen  Bedingungen  abgebaut?  Kann  man von  Menschenrechtsverletzungen sprechen?  Welche  Firmen  sind  beteiligt?  Mit  diesen  Fragen  setzten  sich  die Gruppen auseinander, um am Ende dann Forderungen, Fragen und ihren Ärger zu sammeln und auf Plakaten zu formulieren, die dann auf der  Abschlussveranstaltung der Atomtage präsentiert wurden. „Mit dem  
Atomausstieg gilt das Thema für viele in Deutschland als abgewickelt“, erklärte Sylvia Kotting-Uhl bei der Begrüßung der Kurse im Studiensaal des Gymnasiums Neureut. „Dabei ist das eine unglaublich große Zukunftslast, die vorhanden ist,  auch wenn man sie nicht sieht. Ihr seid mit diesen Hinterlassenschaften konfrontiert“.  
Besonders deutlich wurden die Gefahren des Abbaus und der Altlasten noch  einmal in zwei Vorträgen von Experten, die mit Lucas zum Abschluss der  Atomtage auf dem Podium saßen. Günther Wippel von Uranium Network setzte sich mit „Menschenrechtsverletzungen für unseren Strom“ auseinander und  Harry Block vom Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland mit dem Thema „Deutsche Urangeschäfte trotz Atomausstiegs“. Hier zeigte sich, neben den  hohen Gefahren für die Arbeiter in Abbauländern, welche Rolle die Bundesrepublik trotz des Ausstiegs bei der Verarbeitung des Urans immer noch spielt. So wird in Gronau an der niederländischen Grenze Uran angereichert, das dann im niedersächsischen Lingen zu Brennstäben und Brennelementen verarbeitet wird. Dabei fallen Tausende Tonnen hochgefährlichen Abfalls an, die in Gronau in offenen Fässern herumstehen, so Harry Block. Darüber hinaus sei die Herstellung der Brennelemente, die vor allem an ausländische Atomkraftwerke geliefert würden, unglaublich teuer und benötige enorm viel Energie, die wiederum über die CO2-intensive Braunkohle hergestellt werde.  
„Es wird Zeit, dass ihr ans Ruder kommt“, meinte ein älterer Mann aus dem Publikum zu Lucas, Tijana und Kim. Und auch Sylvia Kotting-Uhl erklärte, dass es wichtig sei, dass sich junge Menschen jetzt der Atompolitik annähmen.  
Gleichzeitig wollte sie von dem Oberstufenschüler wissen, ob solche Themen nicht häufiger Eingang in die Schulen finden sollten. „Die Atomtage haben bei mir einen großen Eindruck hinterlassen. Man sollte das an allen Schulen machen“, betonte Lucas. „Es hat uns die Augen geöffnet, dass jetzt etwas passieren muss!“ (mh)

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