Schülerschaft

Badische Meile: Siegreicher Lauf und tolle Helfer

Wie schon in den Vorjahren kann das Gymnasium Neureut den Schulwettbewerb bei der Badischen Meile für sich entscheiden: Nicht nur die höchste Anmeldezahl unter den Schulen, auch die schnellsten Schüler starteten am Sonntag mit den knallgrünen Schulshirts des Gymnasiums Neureut beim Karlsruher Traditionslauf.
Waren am Vortag noch Dauerregen und recht frostige Temperaturen, so konnten sich die Läufer beim Wettkampf auf der Strecke über sonnige Abschnitte bei optimalen Bedingungen freuen.
Insbesondere einige unserer jüngeren Läufer konnten durch wirklich beindruckende Zeiten überzeugen, wir sind stolz und freuen uns schon, sie im nächsten Jahr wieder anzufeuern.
Aber auch jenseits der sportlichen Höchstleistungen ist man sich einig: Das gemeinsame Laufen von Schülern, Eltern und Lehrern ist immer wieder ein schöner Anlass, etwas miteinander zu erleben und ins Gespräch zu kommen.
Auch dieses Jahr hat unser Förderverein viele Dinge der Organisation in die Hand genommen, so konnten unsere Läufer erneut ein eigens aufgebautes Schulversorgungszelt nutzen, ihre Startnummern direkt hier in Empfang nehmen und sich so ganz auf den Lauf konzentrieren. Wir sind froh und dankbar, so viele helfende Hände in unserer Schulgemeinschaft zu haben.

7c in Wissembourg: Buttermachen auf dem Bauernhof

Einen richtig schönen Tag erlebten wir, die Klasse 7c, mit unseren Lehrerinnen, Frau Fortner und Frau Föll in Wissembourg. An einem Frühlingsmorgen trafen wir uns um 7.20 Uhr an der Haltestelle Bärenweg, von wo wir zum Hauptbahnhof fuhren. Mit dem Zug ging es dann nach Winden und von dort nach Wissembourg. Dort angekommen, warteten die Franzosen schon, um uns zu begrüßen. Danach gingen wir auf den Pausenhof, da Pause war. Nach der Pause wurden wir in Gruppen von zwei bis vier Schülern aufgeteilt und gingen je nach Gruppe in Englisch-, Deutsch-, Mathe- oder Französischstunden. Nach 55 Minuten – so lange dauert eine Schulstunde – trafen wir uns in einem Raum und sangen für unsere Franzosen das Lied „Alouette“. Zum Mittagessen in der Kantine gab es Bratwurst mit Gemüse und Baguette, zum Nachtisch Zitronenpudding. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zu einem Bauernhof, der zu einem Museum umgewandelt worden war. Dort hatten wir eine Führung, haben mit Feder und Tintenfass geschrieben und Butter selbst gemacht und probiert. Die Führung war langweilig, aber das Buttermachen cool. Schließlich fuhren wir mit dem Bus zum „gare de Wissembourg“ und dann mit dem Zug nach Deutschland zurück.

Theaterbesuch der 9b: Verblüffende Ähnlichkeit mit dem Buch

„Jugend ohne Gott“ von Ödon von Horvàth war die Lektüre, die wir im Deutschunterricht gelesen hatten.
Das Buch handelt von einem Lehrer, der mit seinen Schülern in ein Zeltlager zur militärischen Ausbildung fahren muss, was sich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges abspielt. Dort kommt es aufgrund verschiedener Handlungsstränge zu einem Mord an einem Schüler, dem ein Prozess folgt.
Die Geschichte wurde vom Badischen Staatstheater Karlsruhe in ein modernes Theaterstück umgewandelt, welches wir, die Klasse 9b, besuchten.
Auf der kleinen Bühne spielten insgesamt 9 Schauspieler jeweils mehrere Rollen. Auffällig waren die rote Kleidung, die einige Schauspieler trugen, wie auch die großen Banner, die von der Decke hingen.
Die Ähnlichkeit mit dem Buch war für uns alle verblüffend, auch wenn einige unwichtige Szenen weggelassen wurden und das Thema Volksgemeinschaft und Gleichheit, welches im Nationalsozialismus wichtig war, in ein eher auf die heutige Zeit entsprechendes Problemthema umgewandelt wurde: den Ausländerhass von einigen Leuten.
Stellenweise wurde selbst das Publikum als die in der Lektüre bekannten „Schüler“ angesprochen und die Schauspieler, die die „Schüler“ verkörperten, sprachen einige Textpassagen synchron welches einen einschüchternden Eindruck machte.
Letzten Endes waren wir positiv überrascht von der Umsetzung des Stückes in die heutige Zeit.
Uns gefiel es besonders, dass das Publikum miteinbezogen wurde wie auch die bildliche Darstellung mit sehr wenigen Requisiten.
Das moderne Stück ließ uns die Geschichte noch besser begreifen und verstehen was der Autor damit vermitteln wollte.

Svenja und Anni 9b

Fünfer in der Aschenhütte: Lustig und abenteuerreich

An einem Mittwoch im Frühling ging es für unsere 5d los zum Ferienheim Aschenhütte bei Bad Herrenalb. Um uns während der Fahrt nicht zu langweilen, rieten wir die Lösungen der Fragen auf dem Bahnmonitor. Das war lustig. Mit der Zeit wussten wir alle Lösungen, weil die gleichen Fragen immer wieder kamen.
Nach gut eineinhalb Stunden kamen wir endlich in Bad Herrenalb an. Wir stiegen aus und wanderten los. Es ging einen steilen Berg hoch und es war sehr anstrengend mit unserem Gepäck. Aber ein paar süße Schafe neben dem Weg konnten uns wieder aufmuntern. Auf der Aschenhütte angekommen, wurden uns die Hausregeln erklärt und anschließend konnten wir unsere Zimmer beziehen. Danach gab es auch schon Mittagessen. An einem Buffet konnte man sich Reis, Geschnetzeltes, Karotten und Blumenkohl nehmen. Als Dessert gab es Schokopudding mit Sahne. Das Essen war lecker.Nach dem Essen ging es wieder fürs Beziehen der Betten auf unsere Zimmer. Am Anfang war es ein bisschen chaotisch, da niemand wusste, wo er genau anfangen sollte. Nach kurzer Zeit war es besser und hat sogar Spaß gemacht.
Gegen 14 Uhr haben wir uns im Wald mit unseren Teamern Alex und Kirsten getroffen, die beide Erlebnispädagogen sind. Mit verschiedenen Spielen haben wir uns erstmal kennengelernt.
Danach wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe ging klettern und die zweite zum Bauen eines Zwergendorfes. Beide Gruppen haben gut im Team gearbeitet und es hat allen viel Spaß gemacht.
Als nächstes gingen wir kurz auf unsere Zimmer, um uns umzuziehen, denn es gab schon Abendessen. Es war sehr gemütlich und alle waren schon etwas müde.
Nach dem Abendessen hatten wir eine Stunde freie Zeit und gegen 20 Uhr trafen wir uns noch einmal im Gruppenraum. Dort bemalten wir einen Stoffbeutel zur Erinnerung. Bis um halb zehn Schlafenszeit war, konnte man noch die tolle Aussicht vom Spielplatz auf den Wald genießen oder eine Runde Tischtennis spielen.
Als wir uns dann in unsere Betten gekuschelt hatten, redeten wir noch ein bisschen über die tollen Erlebnisse und schliefen müde, aber glücklich ein.
Auf dem Nachhauseweg am nächsten Tag picknickten wir während einer Pause und aßen die Sachen unserer Lunch-Pakete. Wie immer war es sehr lecker.
An der Bahnhaltestelle (Bad Herrenalb) stiegen wir in eine Bahn, die nach Hochstetten an die Endhaltestelle fuhr. Auf dem lustigen Heimweg spielten wir oder bewunderten die Aussicht.
Es war ein richtig schönes, lustiges und abenteuerreiches Landschulheim
Wir machten tolle Spiele, die unsere Klassengemeinschaft stärkten.
Danke an Frau Pfisterer und Frau Brunner, dass sie sich die Zeit genommen haben, dies mit uns zu unternehmen.

Jugend trainiert für Olympia: Tennis

Die ersten Begegnungen der beiden Tennismannschaften des Gymnasiums Neureut liefen in dieser Woche reibungslos und sehr harmonisch ab: Die Kleinsten trafen in Wettkampfklasse 4 auf das Helmholtz-Gymnasium. Trotz eines wirklich guten Matches und einer fulminanten Aufholjagd bei den Doppeln, musste sich das Team am Ende leider knapp geschlagen geben. Dennoch: Mit dieser Mannschaft wird das Gymnasium Neureut in den kommenden Jahren sicherlich noch die eine oder andere Partie für sich entscheiden können und viel Spaß haben.
In Wettkampfklasse 3 siegte das mittlerweile erfahrene Team deutlich und überzeugend gegen das Fichte-Gymnasium, die Spieler sind schon auf den nächsten Gegner gespannt!
Ein herzlicher Dank geht auch an den TCRW Hochstetten für die Gastfreundschaft und die nette Bewirtung während der Begegnunge

KZ-Gedenkstätte: Unverständnis über schreckliche Grausamkeit

Vor einiger Zeit stand die Exkursion aller 9. Klassen zu der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof im Elsass an. Wir trafen uns mit unseren jeweiligen Geschichtslehrern in unseren Klassenräumen und sahen uns den Film „Todesmühlen“ an, welchen die Alliierten gedreht hatten, als sie die unterschiedlichen Konzentrationslager befreiten. Der Film wurde damals der deutschen Bevölkerung zwangsweise gezeigt, um ihnen zu zeigen, was in den Konzentrationslagern wirklich geschehen war. Der Film gab uns sehr heftige Einblicke in das Leben der damaligen Häftlinge und auch in die grausame Art und Weise, wie die Häftlinge umgebracht wurden.
Nach der Besprechung des Films machten wir uns fertig für die ca. zweistündige Busfahrt nach Struthof. Kurz bevor wir ankamen, zeigten uns die Lehrerinnen Anja Buff, Katharina Hübner und Jessica Krzoska noch den ehemaligen Bahnhof im Tal, von dem die KZ-Häftlinge die Straße bauen mussten, die zum KZ oben in den Bergen führt.
Gemeinsam gingen alle 9. Klassen zum Haupttor des Lagers. Wir hörten unseren Geschichtslehrerinnen aufmerksam zu, als sie erklärten, wie das ganze Lager aufgebaut war. Sie führten uns anschließend auf einem Rundgang durch das ganze Lage, zeigten uns Bilder, lasen uns Texte und Berichte ehemaliger Häftlinge vor und erzählten uns etwas über die täglichen Aufgaben und Qualen der Häftlinge:
Die Häftlinge mussten bereits sehr früh aufstehen und zum teils stundenlangen Appell erscheinen. Die abgemagerten und entkräfteten Menschen mussten dann z.B. jeden Tag Tonnen von Baumaterial einen steilen Berg herauftransportieren und innerhalb des Lagers eine Anhöhe mit steilen Stufen erklimmen. Besonders schlimm war der Todesgraben. Wenn jemand dort hineinfiel, wurde er direkt erschossen, und der NS-Soldat bekam einen Extra-Urlaubstag und Tabak. Deshalb stießen die Soldaten oder Aufseher (‚Kapos‘) dort oft absichtlich Häftlinge hinunter.
Anschließend zeigten uns die Lehrerinnen den ‚Bunker‘, das Gefängnis im KZ, in dessen kleine Zellen oft 25 Häftlinge hineingepfercht wurden. Es gab auch winzige Kammern, die in die Wand eingelassen waren und in die vor allem die Häftlinge gesteckt wurden, die auf ihre Hinrichtung warteten. In diesen Zellen konnten sie weder richtig sitzen noch liegen. Einige unserer Mitschüler versuchten, sich in diese winzigen Kammern zu setzen, um nachvollziehen zu können, wie sich die damaligen Häftlinge darin gefühlt haben mussten.
Dann wurde uns das Krematorium gezeigt, in dem die Häftlinge als „medizinische Versuchsobjekte“ dienten und auch verbrannt wurden. Die Asche der verbrannten Menschen wurde jedoch nicht in Urnen beigesetzt, sondern als Dünger für den Gemüsegarten benutzt.
Danach gingen wir noch in das kleine Museum des Lagers, in dem wir sehen konnten, wie klein die Betten dort waren, in denen die Häftlinge teilweise zu dritt schlafen mussten. Es gab auch die Möglichkeit, den Kartoffelkeller zu besichtigen, den die Häftlinge unter katastrophalen Bedingungen in den Fels hauen mussten. Dieser Keller wurde jedoch nie für das Lagern von Kartoffeln benutzt. Den eigentlichen Zweck dieses Kartoffelkellers kennt man bis heute nicht.
Zum Schluss fuhren wir noch zu der Gaskammer und die Lehrerinnen erklärten uns, dass die Häftlinge dort vergast und ihre Leichen für medizinische Untersuchungen benutzt wurden.
Das, was uns rückblickend von diesem Besuch der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof in besonderer Erinnerung geblieben ist, ist die Tatsache, dass wir einmal mit eigenen Augen gesehen haben, zu welchen Grausamkeiten Menschen im Nazi-Regime fähig waren und was das konkret für die dort im KZ eingesperrten Menschen bedeutete. Das zu verstehen, ist für uns heute schwer nachvollziehbar.

Anni Poghosyan 9b

NF Sport – School goes Biomotion - KIT

Am 3. April machte sich das Neigungsfach Sport der J1, angeführt von Herrn Krätz, auf den Weg an das Sportinstitut am KIT.
Passend zu unserer Theorieeinheit hatten wir am KIT die Möglichkeit, eine Leistungsdiagnostik durchzuführen. Dabei wurde im Kurs entsprechend dem derzeitigen Fitnesslevel die individuelle anaerobe Schwelle ermittelt.
Zu Beginn bekamen wir eine kleine Führung von Herr Krätz durch das Sportinstitut. Um 14.30 begann dann die Leistungsdiagnostik: Nach einer kleinen Einführung, anknüpfend an unsere Theorieeinheit im Unterricht, begann der Test. Der Schüler begann bei 6 km/h zu rennen, und es wurde ihm nach je 3 Minuten Blut abgenommen. Außerdem wurde die Geschwindigkeit ebenfalls nach je 3 Minuten um jeweils 2 km/h erhöht. Das Ergebnis ist die genaue Ermittlung der persönlich idealen Pulsbereiche für die verschiedenen Trainingsbereiche.
Die anaerobe Schwelle liegt bei etwa 4 mmol Laktat/Liter Blut. Bei Belastungsintensitäten an dieser Schwelle liegt ein maximales Laktatgleichgewicht vor, d.h. Laktatbildung und Laktatabbau stehen gerade noch im Gleichgewicht. Der ganze Test ging so lange, bis bei dem Schüler die Ermüdung eingetreten war. Anschließend wurde der Laktatanstieg im Blut gemessen. Dadurch wurde die individuelle Laktatleistungskurve bestimmt, die wir anschließend gemeinsam analysierten.
Insgesamt war es sehr interessant zu sehen, wie eine Leistungsdiagnostik genau abläuft. Auch in Anbetracht auf die bevorstehende Badische Meile, die wir als Sportkurs mitlaufen, war es sehr spannend zu sehen, wie ein optimales Ausdauertraining aussieht und in welchem Bereich wir optimal die Badische Meile laufen können.

Dorothea, Schülerin J1

6a auf Exkursion: Spannender Ausflug zum Imker

Anfang April hat die Klasse 6 a eine Exkursion zu dem Imker Steffen Seibert gemacht. Wir haben uns von dem Imker erklären lassen was Bienen in ihrem Leben so alles machen, also ihre Aufgaben und Bedrohungen (z.B. die Varroamilbe). Dann hat er uns den Aufbau eines Bienenstockes erklärt. Weiter hat er uns gezeigt, wie man mit einem Smoker die Bienen beruhigt. Dann berichtete er von der Honigernte und wie die Bienen den Honig herstellen, was ein bisschen unappetitlich war. Dennoch freuten wir uns, als wir zum Abschluss einen Blüten- und Tannenhonig kosten durften. Der war sehr lecker.
Leonard, 6a

Dreck-weg-Woche: Müllproblem vor unserer Tür

Auch diese Woche haben wieder Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5b an der Dreck-weg-Aktion der Stadt Karlsruhe teilgenommen. Leider konnte sogar das Ergebnis der letzten Woche überboten werden. Wir haben sechs volle Säcke Müll um unsere Schule herum eingesammelt!
Auch hier herrschte Zufriedenheit über die gelungene Aktion und die nun „sauberere“ Umgebung, aber auch Bestürzung darüber, dass das Müllproblem nicht nur in den fernen Ozeanen existiert, sondern direkt vor unserer Schultüre zu finden ist! (Sw/ Bn)

Tag der Mathematik am Karlsruher Institut für Technologie

Auch in diesem Jahr fand wieder ein Tag der Mathematik am KIT statt. Es nahmen zwei Gruppen teil. Nach einer kurzen Begrüßung begann der Gruppenwettbewerb. In 45 Minuten sollten die Gruppenmitglieder vier Aufgaben lösen. Wer danach noch Lust hatte, konnte am Einzelwettbewerb teilnehmen, die anderen konnten sich alternativ dazu einen Vortrag über den Zusammenhang zwischen Mathematik und der Funktionsweise des GPS anhören. Anschließend gab es Mittagessen und die Ergebnisse wurden verkündet.
Ines Boujnah, K1

„Amnesty“ zu Besuch: Menschenrechte sind keinesfalls selbstverständlich

Oyun Titiev ist nur einer von vielen. Der Tschetschene war Büroleiter von „Memorial“, einer Menschenrechtsorganisation, die sich vor allem mit den Opfern der sowjetischen Gewaltherrschaft, aber auch mit der gegenwärtigen Einhaltung der Menschenrechte beschäftigt. 2018 wurde er willkürlich verhaftet – angeblich habe man Drogen in seinem Auto gefunden. Obwohl es viele gab, die sagten, man habe Titiev die Drogen untergeschoben, kamen diese Stimmen vor Gericht nicht zu Gehör. Vor wenigen Wochen nun wurde der Menschenrechtsaktivist ohne einen fairen Prozess zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Ein Fall für eine „urgent action“ von Amnesty International (AI). Wird nach gründlicher Recherche durch die Mitglieder der Organisation der Fall einer solchen Menschenrechtsverletzung bekannt, läuft die Maschinerie an. AI-Gruppen in der ganzen Welt organisieren Brief-Aktionen für diesen einen Fall, sammeln Unterschriften und betreiben global Öffentlichkeitsarbeit. „Es gibt auch andere kreative Möglichkeiten zu helfen“, erzählt Francoise Vieser, stellvertretende Bezirkssprecherin von AI Karlsruhe. Zusammen mit Larissa Dietz aus der Hochschulgruppe von AI war sie zu Besuch beim vierstündigen Kurs Politik der 12. Klasse am Gymnasium Neureut.
Der Nutzen und die Notwendigkeit einer aktiven Menschenrechtspolitik ist Schwerpunktthema des schriftlichen Abiturs im Mai. „Was kann insgesamt getan werden und was kann der Einzelne tun?“, ist eine Frage, die die Schülerinnen und Schüler angesichts einer steigenden Zahl von Menschenrechtsverletzungen – beispielsweise in Syrien, in China, in Myanmar, aber auch in der Türkei und Ungarn – immer wieder stellen. Dass das Engagement von AI durch Öffentlichkeitsarbeit, „urgent actions“ und „Briefe gegen das Vergessen“ Erfolg zeigen, machten die beiden Frauen deutlich. Autokraten und diktatorische Regime lassen sich durch Tausende Briefe manchmal durchaus beeindrucken. Sie mögen es nicht, wenn ihre Verstöße gegen Menschenrechte weltweit bekannt werden. Angesichts der globalen wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten schadet ein schlechtes Image den Staaten. „Viele Länder haben entsprechende Gesetze für den Schutz der Menschenrechte“, so Vieser, „sie halten sie aber nicht ein“.
Fünf verschiedene Einzelfälle hatten Francoise Vieser und Larissa Dietz den Schülerinnen und Schülern mitgebracht. In kleinen Gruppen sollten sie beispielsweise untersuchen, um welche Art von Menschenrechtsverletzung es sich handelt und welcher Artikel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen sich auf die Fälle bezieht. Da war der Mann im Kongo, den man verhaftete, weil er ehemaligen Kindersoldaten geholfen hatte. Oder das Nadeem-Zentrum in Kairo, das Folteropfer unterstützt und medizinische Gutachten erstellt hatte. Die Ärztinnen mussten das Zentrum schließen. „Die Begründung: Es gibt keine Folter in Ägypten, also braucht man auch kein Zentrum“, erzählt Francoise Vieser. Die Schülerinnen und Schüler fanden die Arbeit an den einzelnen Fällen sinnvoll. „Es war gut, selbst etwas zu tun“, so der Tenor. Die beiden ehrenamtlichen Mitglieder von AI ermutigten die Abiturienten, selbst aktiv zu werden – ob im Umweltschutz oder in der Menschenrechtsarbeit. Das Internet erleichtere# das Engagement durch vorgedruckte Briefe oder Unterschriftenlisten enorm. „Menschenrechte sind keinesfalls selbstverständlich“, betonte Larissa Dietz. „Man muss sich immer wieder dafür einsetzen“. (mh)

Die EU zu Besuch: Warum wollen die Briten den Brexit?

Gleich zu Anfang war es ihm wichtig zu betonen: „Ich bin kein Politiker“. Man möge ihn trotz der Gleichheit des Nachnamens nicht mit Manfred Weber, dem Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, verwechseln. „Ich arbeite für die Europäische Union und bin dort Beamter“, erklärte er. Martin Weber ist in Eggenstein aufgewachsen und hat 1987 sein Abitur am Gymnasium Neureut abgelegt. „Ich war Schülersprecher und habe den Abi-Streich organisiert“, erzählte er schmunzelnd. Mittlerweile arbeitet er nach einem Studium der Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre in Deutschland, Frankreich und England als Leiter der Direktion „Dienste des Präsidenten“ beim Europäischen Rechnungshof in Luxembourg.
Im Rahmen des EU-Schulprojekttages, der Schülerinnen und Schülern die EU näherbringen soll, war der ehemalige Abiturient an seine alte Schule gekommen, um brandaktuelle Themen der EU mit Oberstufenschülern zu besprechen. „Es ist uns eine besondere Ehre“, betonte Patrick Krätz, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Neureut, im vollbesetzten Studiensaal. Und auch Lehrer Stefan Kruhl, der die Veranstaltung organisiert hatte, freute sich auf eine rege Diskussion über die aktuellen Themen der EU.
Weber räumte ein, als Jugendlicher wenig Ahnung von den Abläufen in der Europäischen Gemeinschaft gehabt zu haben. Heute aber sei das wichtig, da die EU einen enormen Einfluss auf das Leben der Menschen habe, betonte er und sprach auch gleich die Vorzüge dieser Gemeinschaft an: „Als einzelnes Land sind wir nicht groß genug, um global etwas zu bewegen.“ Als Union mit 500 Millionen Menschen aber schon. „Da müssen sich dann auch die großen Konzerne bewegen“. Große Konzerne spielen auch bei der Urheberrechtsreform eine Rolle, die vergangene Woche im EU-Parlament beschlossen wurde und an der Weber beispielhaft die Gesetzgebung in der Gemeinschaft erklärte. Hier kam es zu heftigen Diskussionen zwischen einigen engagierten Schülern und dem Referenten. Welche Auswirkungen haben die Upload-Filter, die die großen Internetkonzerne jetzt vermutlich einführen, um auf keinen Fall für Urheberrechtsbrüche haftbar gemacht zu werden? Kommt es dabei zu einer Zensur? Wie stark war vor dem Beschluss der Lobbyismus auf beiden Seiten? Lehrer Stefan Kruhl musste die Diskussion abbrechen, damit auch die Themen Brexit und die Finanzen der EU noch zur Sprache kommen konnten.
„Warum wollen die Briten überhaupt aus der EU raus?“, wollte ein Schüler wissen. Schon immer seien die Briten der EU kritischer gegenübergestanden als die Länder Kontinentaleuropas, meinte Weber, der in England studiert hat. „Das ist eine emotionale Geschichte“, sagte er. Da kaum einer geglaubt habe, dass das Referendum zugunsten eines Brexits ausgehen würde, seien viele nicht zur Wahl gegangen. Mehrere Probleme sieht er, sollte es wirklich zum Austritt kommen. „Es wird wirtschaftlich große Probleme geben“, betonte er. Und: Unklar sei, was mit den 73 Sitzen der britischen EU-Parlamentarier passiert, wenn der Brexit während der nächsten Legislatur-Periode des EU-Parlaments stattfindet.
Nur noch wenig Zeit blieb beim Vortrag für die Finanzen der EU und die Aufgaben des Rechnungshofes, bei dem Weber ja arbeitet. Der Haushalt der EU umfasse 1279,4 Milliarden Euro jährlich. Auf jeden EU-Bürger umgerechnet, sei das ein Euro pro Tag. Die größten Blöcke im Haushalt seien die Strukturmittel zur Unterstützung wirtschaftsschwacher Regionen, Gelder für die Landwirtschaft und den Umweltschutz sowie für den Binnenmarkt. Die EU sei der größte Entwicklungshilfegeber der Welt: 123 Milliarden Euro fließen jährlich in derlei Projekte. Die Aufgabe des Rechnungshofes sei es nun, die Einnahmen- und Ausgabenseite des Haushalts der EU zu prüfen, die ja keine Schulden machen dürfe. Erst am Schluss sprach Martin Weber auf Nachfrage eines Schülers ganz kurz und sehr bescheiden über seinen Werdegang, über sein Studium im Ausland. Sehr deutlich aber wurde er hinsichtlich der Bedeutung der anstehenden Parlamentswahlen in der EU. "Geht wählen", appellierte er an die Schülerinnen und Schüler. "Jede einzelne Stimme zählt!" (mh)

Dreck-Weg-Woche: Schöne Aktion – erschütternde Bilanz

Dieses war der erste Streich und der zweite folgt … nächste Woche! Plastikmüll und Umweltverschmutzung sind in aller Munde, und um nicht nur darüber zu reden, sondern tatsächlich etwas dagegen zu tun, haben sich die Klassen 5a und 5b auf den Weg gemacht und an der 13. Karlsruher Dreck-weg-Woche teilgenommen.
Müll in und um unser Schulhaus sollte entdeckt, eingesammelt und in die dafür vorgesehenen Behälter gebracht werden. Eigentlich total einfach! Was wir jedoch tatsächlich vorfanden, war alles andere als einfach. Unzählige Zigarettenkippen, verrottete Kleidungsstücke, einen alten Fahrradreifen, Verpackungen aller Art, Flaschen und vieles mehr lagen verstreut, teilweise schon in den Boden eingewachsen, in Hecken und Grünflächen vor unserer Nase. Diese einzusammeln war so aufwendig, dass wir insgesamt nur die Hälfte der geplanten Strecke erledigen konnten und insgesamt vier ganze Müllsäcke gefüllt haben. Eine erschütternde Bilanz für eine schöne Aktion!
In der nächsten Woche wollen wir weitermachen! (Bn/Sw)

Selbstverteidigung für Achtklässler: Quietsch, Zisch und Quak

Wie verteidige ich mich richtig? Wie verhalte ich mich, wenn ich oder Andere angegriffen werden?
Das und noch mehr lernten einige Schüler der achten Klassen, die nicht beim England-Austausch dabei waren, bei einem Selbstverteidigungskurs in unserer Sporthalle.
Nicht nur die letztendliche Verteidigung war dabei wichtig, wie die Trainer, einer von ihnen Frederik Fietz aus der K2, betonten: Ein großes Augenmerk liegt auch auf der Prävention und dem Ziel, gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen. So lautet das Motto: „Der beste Kampf ist der, den wir nicht kämpfen müssen“
Drei Selbstverteidigungstrainer der ESDO Hardt aus Leopoldshafen machten es sich zum Ziel, die Jugendlichen gegen Gewalt zu mobilisieren; die eigenen Grenzen zu finden und einzufordern gehört zu den Basics der Selbstverteidigung, so die Trainer.
Angefangen wurde zunächst mit einem kurzen Theorieteil, der unter anderem zeigte, was der Gesetzgeber unter Notwehr versteht und wo hier das Limit ist.
Nach dem allgemeinen Aufwärmen mit Konzentrations-, Kraft- und Ausdauertraining wurde mit den Grundlagen begonnen: Grenzen, Auftreten, und Körperhaltung.
Quietsch, Zisch und Quak – drei einfache Techniken zur Befreiung – sind faszinierend simpel und doch beachtlich wirkungsvoll.
Lange dauert es allerdings nicht, bis sich die Achtklässler dann in den Griffen und Hebeln ihrer Partner wiederfinden: Von Schlägen und Tritten über Hebeltechniken bis hin zum Einblick in die Lehre von Nervendruck- und Schmerzpunkten wurde alles für den Ernstfall ausprobiert. Auch vor dem Waffeneinsatz wurde kein Halt gemacht: Mit Stöcken, Messern und Ketten griffen die Trainer an und mussten zuletzt immer wieder – durch die Jugendlichen entwaffnet – aufgeben.
Wir bedanken uns bei den Trainern der ESDO Hardt für zwei interessante und lehrreiche Schultage! Frederik Fietz, K2

Einmal Mittelalter und zurück: Auf den Spuren der Mönche in Maulbronn

Die Erkundung des Klosters Maulbronn war das Ziel eines Ausflugs der Klasse 7a. Mit der Straßenbahn fuhren wir bis nach Bretten, doch aufgrund einer kleinen Bahnverspätung hatte der Bus nach Maulbronn dort leider nicht auf uns gewartet. So mussten wir eine Stunde ausharren, bis uns der nächste Bus nach Maulbronn brachte. Nach einem kleinen Fußmarsch erreichten wir dann endlich das Kloster.
Zuerst betraten wir die Klosterkirche, den wichtigsten Ort für die Mönche, da sie dort gebetet hatten. Sie war durch eine Mauer in zwei Bereiche aufgeteilt: Auf der einen Seite durften sich die Laienbrüder, die aus Bauernfamilien stammten, aufhalten und auf der anderen Seite die geweihten Mönche, die aus adeligen Familien stammten.
Im Teil für die Mönche gab es nur das Chorgestühl, eine Art Klappsitz, in dem man stehen musste. Falls ein Mönch während eines Gottesdienstes einschlief und nach unten sackte, klappte der Sitz mit einem sehr deutlichen Knall zu und alle Mönche erkannten den Schläfer. Deshalb stammt der heute noch gängige Satz ‚Halt die Klappe‘ aus dieser Zeit. Gemeint waren nämlich die mittelalterlichen Holzklappsitze des Chorgestühls, die man ‚halten‘ sollte, damit sie nicht zufallen konnten. Da diese Stühle sehr alt sind und geschützt werden sollen, dürfen in diesen Bereich heute keine Besucher mehr hinein.
Nun gingen wir am Dormitorium (dem Schlafsaal) vorbei in den Kreuzgang und in den von dort aus erreichbaren Kapitelsaal, in dem wichtige Entscheidungen von den Mönchen getroffen wurden.
Außerdem wurden, wie der Name schon sagt, Kapitel aus der Bibel vorgelesen. Der Mönch, der vorlas, stand auf einer erhobenen Position. Auch fanden in diesem Raum möglicherweise früher Trauerfeiern für verstorbene Mönche statt.
Weiter ging es zu einem Raum, in dem die Mönche früher ein großes Feuer brennen ließen. Die Wärme des Feuers stieg durch Öffnungen in der Decke in den Raum darüber auf, so dass sich die Mönche darin aufwärmen konnten.
Nun kamen wir ins Refektorium (den Speisesaal). Vor dem Essen wuschen sich die Mönche ihre Hände im Brunnen gegenüber des Speisesaals. Wir erfuhren, dass der Ursprung des Klosters die Quelle war, die diesen Brunnen speist. Ein Maulesel hatte diese Quelle gefunden und damit war an diesem Standort das wichtige Wasser vorhanden, das Grundlage für den Bau des Klosters war. Daher stammt auch der Name des Klosters und der Stadt ‚Maulbronn‘.
Die Mönche aßen früher still, während ein anderer Mönch aus der Bibel vorlas. Zu trinken gab es meistens nur Wasser. Nach dem Essen durften die Mönche aber jeden Finger einmal in Wein stecken, der in einer Rinne an der dicksten Säule herunterfloss. Dieser Wein wurde‚11-Finger-Wein‘ genannt, da die Mönche gerne 11 Finger gehabt hätten, um noch mehr Wein zu ‚schlecken‘.
Nach der Führung gingen wir in ein Atelier, in dem wir Buchbinden per Hand lernten – fast so wie die Mönche früher.
Nachdem wir alle unsere Bücher mit Faden, Nadel und Kleber gebunden hatten, konnten wir uns noch zwei schöne Bilder des Klosters aussuchen und sie auf die beiden Seiten des Einbandes kleben. Doch dann hieß es auch schon wieder „Tschüss Maulbronn“ und wir mussten uns auf den Rückweg nach Neureut machen.
Doch auch wenn der Ausflug ins Mittelalter sehr spannend und faszinierend gewesen ist: Im Kloster leben, das hätte heute keiner mehr von uns gewollt.

Philipp Delfinopoulos, 7a

Wintersporttag: Perfekte Bedingungen für Trekker, Alpine und Langläufer

Der für die Klassenstufe 6 des Gymnasiums Neureut festgeschriebene Wintersporttag fand am 31. Januar 2019 mit 68 Schülerinnen und Schülern sowie 18 Begleitpersonen im Schneeparadies an der Schwarzwaldhochstraße statt, das seinem Namen mit viel Pulverschnee und reichlich Sonnenschein gerecht wurde. Das beim diesjährigen Sporttag etwas weiter abgesteckte Revier im Nationalpark bot den Alpinen (13 Skifahrer und ein Snowboarder) am Seibelseckle, den Schneeschuh-Gehern (26) am Ruhestein und den Langläufern (28) in Herrenwies perfekte Bedingungen.
Koordiniert wurden die Aktivitäten in den verschiedenen Schneesportarten von Patrick Krätz, dem stellvertretenden Schulleiter, und von Aleks Griesinger, der Abteilungsleiterin für das Fach Sport. Die Alpinen, geführt von Johannes Rieger und Aleks Griesinger, mussten beim Vorfahren und Aufsagen der FIS-Regeln zunächst ihre Pistentauglichkeit unter Beweis stellen; dann wurde in zwei Gruppen Skischule gefahren, bevor der Pistenspaß im Pulverschnee beim freien Fahren in Dreiergruppen fast keine Grenzen mehr kannte. Unterstützt wurden die jungen Alpinen von drei Schülern des Sport-Neigungskurses; Noah und Laurin kümmerten sich um die Fördergruppe der Skifahrer, Nils um unseren Exoten, den einzigen Snowboarder. Alle hatten in der Mittagspause Gelegenheit sich mit Rucksack-Verpflegung oder einer kleinen Mahlzeit aus der Skibar oder Rasthütte zu stärken und in die Sonne zu blinzeln, so dass sich sogar Urlaubsfeeling eingestellt haben soll…
Den Schneeschuh-Gehern zeigten Andreas und Uwe, zwei Guides des Nationalparkzentrums, das Schneeparadies am Ruhestein. Sie führten in zwei Gruppen auf einem Ruhestein-Trail behutsam in die Sportart ein. Dabei erwies sich das Handling der Schneeschuhe zunächst als gar nicht so einfach wie gedacht, aber mit der tatkräftigen Unterstützung der beiden Guides, der beiden Lehrerinnen Birgit Sackmann und Gabriele Schwendinger und der Sport-Neigungskurs-Schüler Jonas und Tim gelang es allen, bei schönstem Sonnenschein auf versteckten Pfaden durch den Tiefschnee zu trekken. Da das Vorwärtskommen im ein Meter hohen Schnee sehr anstrengend war und viel Zeit in Anspruch nahm, obwohl immer einer der Guides den Weg durch den unberührten Schnee bahnte, musste die Tour gekürzt und das Ziel „Darmstädter Hütte“ mit Einkehr leider abgesagt werden. Dafür gab es Ess-/Trinkpausen zwischendurch und auch spielerisch Gelegenheit, immer wieder Interessantes über die Tiere im Winterwald, nach der Rückkehr ins Nationalparkzentrum auch viel über die Entstehung und Entwicklung des Nationalparks zu erfahren. Am Ende hätten nicht wenige die Tour gern fortgesetzt, aber auch eingeräumt, dass Schneeschuh-Trekking durchaus eine sportliche Angelegenheit ist.
Der großen Zahl der Nordischen bot die traumhafte Schulungsloipe in Herrenwies beste Einsteiger-Bedingungen. Das von Wolfgang Strohbeck angeführte Betreuerteam mit Beate Blaeß, Torsten Herrmann, Philipp Kupferschmied, Timo Lindl, Steffen Markert, Anja Pfisterer und Joscha Thoma bot allen Langläufern in Kleingruppen auf den dick mit Schnee gepuderten Seewiesen, die eine wunderbare Spielwiese waren, die Gelegenheit, in den gut gespurten Loipen die Basics wirklich spielerisch zu erlernen. Selbst die Rolle vorwärts in den watteweichen Schnee soll ein Vergnügen gewesen sein…
Nach einem Mittagessen in der an die Schulungsloipe angrenzenden Jugendherberge wechselten die jungen Nordischen gestärkt in den Teil der Schulungsloipe auf Höhe des Langlaufcenters Herrenwies, in dem sich die Anforderungen an die Klassische Technik auf dem Laufski steigern ließen. Wirklich ernst wurde es danach, als alle beim Langlaufcenter in die traumhaft gespurte Schwarzenberg-Loipe einstiegen, sich dort der „Sensation des Gleitens“ hingaben und bei den Abfahrten – mit in den Gruppen unterschiedlich gewähltem Schwierigkeitsgrad – die Erfahrung machten, dass es wirklich nicht unwichtig ist, dass man vorher das Bremsen, Fallen und Aufstehen erlernt hat…
Es war 15:30 Uhr, als die Schneeschuh-Trekker zusammen mit den Alpinen, 16:00 Uhr, als die Nordischen am Seibelseckle das Schneeparadies an der Schwarzwaldhochstraße nach einem herrlichen Wintertag ohne Verluste und jeweils mit dem Bus verließen, mit dem sie am Vormittag – dem Schneechaos in Karlsruhe geschuldet – erst gegen 10:00 Uhr angereist waren.
Die Begleitpersonen schauten allenthalben in müde und zufriedene Gesichter. (WS)

Bezirksfinale Schulschachmeisterschaften

Am Samstag, dem 2.2.2019, fand das diesjährige Karlsruher Bezirksfinale der Schulschachmeisterschaften im Bildungszentrum Pfinztal statt.

Am erfolgreichsten war wie im bereits im vergangenen Jahr die Mannschaft im Wettkampf 5 (für Schüler der Klasse 5 und tiefer), allerdings in komplett neuer Besetzung mit Julian Lindl, Carlos Claussen, Devin Riefert und Alexander Seitz. Die Mannschaft gewann sehr souverän die ersten 6 Spiele, bevor dann in der letzten Runde gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagene Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums Julian an Brett 1 und Carlos an Brett 2 recht nachlässig spielten und ihre Partien verloren. Devin und Alexander behielten jedoch die Nerven und gewannen an den hinteren Brettern, und dieses Unentschieden genügte dank geschlossener Mannschaftsleistung (Julian 5, Carlos 6, Devin 7 und Alexander 6,5 Punkte aus 7 Partien) mit einem Vorsprung von 1,5 Brettpunkten für Platz 1 in der Mannschaftswertung! Leider darf diese Mannschaft nicht am Nordbadischen Finale teilnehmen, da nicht alle Spieler dem Gymnasium angehörten; durch mehrere Absagen im Vorfeld war die Mannschaft nur noch zu dritt und wurde daher mit Leihspieler Julian Lindl von der Grundschule Linkenheim ergänzt. Auch den Siegerpokal mussten wir deshalb nach dem Foto an die Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums weiterreichen, denen wir in der nächsten Runde viel Erfolg wünschen!

Im Wettkampf 4 (bis Jahrgang 2005) traten insgesamt nur vier Mannschaften an, davon zwei von uns. Die erste Mannschaft mit Mark Scheinmaier, Justus Braun, Hendrik Dasselaar und Leon Liu belegte Platz 2 hinter dem klar favorisierten Bismarck-Gymnasium. Dabei spielte unsere Mann-schaft gegen das Bismarck sehr gut und verlor in der Hinrunde nur knapp mit 1,5 zu 2,5, in der Rückrunde erreichte man sogar ein Unentschieden dank starker Leistung von Hendrik Dasselaar an Brett 3 , der dort gegen einen nominell klar stärkeren Gegner ein Remis und einen Sieg erkämpfen konnte. In unserer zweiten Mannschaft spielten Jonas Fuhr, Leonard Seibert, Sarah Ulrich und die für den kurzfristig erkrankten András Zavaschi eingesprungene Leihspielerin Bianca Ulrich von der Nordschule Neureut. Diese Mannschaft konnte erwartungsgemäß gegen die erfah-renen Vereinsspieler nicht viel ausrichten und belegte Platz 4. Immerhin erkämpfte Sarah Ulrich zwei Siege gegen ihren Gegner vom Max-Planck-Gymnasium.

Ebenfalls Lehrgeld bezahlen musste die Mannschaft im Wettkampf 3 (bis Jahrgang 2003); dort spielten Oskar Krück, Yasmin El Mekkaoui, Nele Wielgosch und Jan Wallhäuser und belegten den achten und letzten Platz. Dabei erreichte Yasmin 2,5 Punkte aus 7 Partien an Brett 2, wobei sie einige klar bessere Stellungen durch vermeidbare Fehler noch verloren hatte. Jan Wallhäuser holte 1,5 Punkte aus 7 Partien am vierten Brett, auch er hatte in einigen Runden bessere Stellungen mit Gewinnmöglichkeiten herausgespielt, konnte diese dann aber nicht verwerten.

Sämtliche Einzelergebnisse und viele Fotos der Veranstaltung sind auf der Website der Karlsruher Schachfreunde (www.ksf1853.de) eingestellt.

T. Lindl

Wir werden 50: ideenreich, kreativ und witzig

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Wahrlich groß ist das Ereignis, das dem Gymnasium Neureut bevorsteht: Die Schule feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Schon lange ist es in der Unterfeldstraße gute Tradition, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler durch zahlreiche außerunterrichtliche Veranstaltungen zu stärken. In diesem Jahr aber offenbart sich der Ideenreichtum und die Kreativität der SMV und vieler Lehrerinnen und Lehrer in besonderem Maße. Bei einer Schulversammlung, ein äußerst seltenes Ereignis, zu dem alle Klassen und Kurse – insgesamt 650 Kinder und Jugendliche - sowie die Lehrerinnen und Lehrer in die Pausenhalle eingeladen sind, wurden nun die Veranstaltungen der kommenden Monate vorgestellt.
Unter dem Motto „50 Jahre“ finden Anfang Juni Projekttage statt, die das Thema literarisch, künstlerisch, kulinarisch, modisch oder auch musikalisch unter die Lupe nehmen. Die Schülerinnen und Schüler dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und auch selbst Projekte anbieten. „Wir sind sicher, da zeigt sich sehr viel Potenzial“, betonte SMV-Verbindungslehrerin Caroline Wenz. Einen Fotowettbewerb unter dem gleichen Motto wird die SMV veranstalten, wie Schülersprecher Rouven Düppuis erläuterte. Alles, was sich fotografisch kreativ mit der Zahl 50 anstellen lässt, ist hier gefragt. Die Fachschaft Deutsch hat einen Schreibwettbewerb für die verschiedenen Klassenstufen ausgelobt: Wie wird das Gymnasium Neureut im Jahre 2069 wohl aussehen? Was werden die Enkel der heutigen Schüler ihren Großeltern über den Unterricht erzählen? „Wir würden uns freuen, wenn kreative und witzige Sachen rauskommen würden“, so Birgit Breunig, Abteilungsleiterin für das Fach Deutsch. Ganz bestimmt witzig wird der sogenannte „Musikalische Countdown“: Täglich sollen in einer der großen Pausen drei Hits zu hören sein, an jedem Tag aus einem anderen Jahr – von 1969 bis 2019. Auch hier dürfen die Schülerinnen und Schüler ihren Favoriten wählen. Visuell untermalt wird die Musik von Bildern aus eben diesen Jahren, die SMV-Verbindungslehrer Stefan Kruhl zusammen mit seinem Kurs ausgesucht und zusammengestellt hat. „Es wird drei Rubriken geben: Deutschland, die Welt und das Gymnasium Neureut“, erklärte er. Neben all diesen Events und Veranstaltungen, die in den Schulalltag eingebaut werden, wird es noch eine Festschrift geben, in der vor allem ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten sowie Lehrkräfte zu Wort kommen und ihre Geschichten über das Gymnasium Neureut erzählen. Der große Festakt schließlich wird am Samstag, 29. Juni, in der Badnerlandhalle stattfinden und schließlich im Schulhaus mit einer Führung für Ehemalige und einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.
Dass das Recht auf Bildung und ein solch gute Schulgemeinschaft keinesfalls selbstverständlich sind, machte Religionslehrer Ludwig Streib am Ende der Schulversammlung deutlich. „Was wir hoffen dürfen, egal welcher Religion wir sind: dass Gottes Segen uns begleitet“, sagte er. Er wünschte allen ein gutes Jubiläumsjahr und bat noch einmal um Unterstützung von ganz oben: „Sei wie der Himmel immer über unserer Schule.“ (mh)

In der Krippe erkennen, was Gott für einer ist

Fast 70 Millionen Menschen auf der Erde sind derzeit auf der Flucht. Sie haben ihre Heimat verlassen, um sich zu retten, um Frieden zu finden oder einfach, um ein besseres Leben zu führen. Sie haben sich aufgemacht. Aber auch wir, die wir das Glück haben, nicht wegen Krieges oder Hunger flüchten zu müssen, machen uns immer wieder auf. Wir gehen Wege, die Mut erfordern, weil wir schwierige Aufgaben erledigen, uns bei jemandem entschuldigen oder einen Menschen in einer schweren Situation begleiten sollen. „Mache Dich auf“ war auch der Titel des diesjährigen Weihnachtsgottesdienstes des Gymnasiums Neureut.

„Was für ein wundervoller Anblick – bunt und lebendig“, freute sich Religionslehrerin Andrea Hauber angesichts der sehr gut besuchten Kirche St. Judas Thaddäus. Zusammen mit ihrem Kollegen Ralf Kirschke und zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus allen Klassenstufen hatte sie diesen feierlichen Gottesdienst gestaltet und organisiert. Mit dabei waren auch die Lehrerinnen Claudia Klant und Christine Schott, die die ökumenische Veranstaltung zusammen mit Schülern instrumental umrahmten, und Lehrer Alexander Völker, der die Weihnachtsgeschichte vorlas. „Stellt euch vor, es hätten sich heute Morgen nicht so viele aufgemacht, um mit uns Gottesdienst zu feiern“, gab Hauber zu bedenken. „Der Raum wäre menschenleer und trist.“ Unterwegs zu sein, präge uns alle. Schon vor 2000 Jahren seien die Menschen unterwegs gewesen und hätten ein Ziel gehabt, so die junge Lehrerin. Diese Geschichte von Weihnachten erzählten und spielten Schülerinnen und Schüler als modern erzähltes Evangelium. „Mitten im Nichts ein Kind“, staunte da ein Hirte, gespielt von einer Fünftklässlerin. „Klein und doch so voller Liebe.“ Und in der modernen Weihnachtsgeschichte machten sich auch Schülerinnen und Schüler zur Krippe auf und tauschten sich über ihre Gedanken aus. „Ich glaube, dass ich dem Kind alles anvertrauen kann“, sagte eine Schülerin. Für ihren Mitschüler war es wichtig, die Botschaft in die Welt hinauszutragen, wie wichtig Respekt ist und dass jeder Einzelne, auch der Kleine und Schwache, zählt.

Wenn die Menschen sich damals nicht aufgemacht hätten, wüsste niemand von dem Kind in der Krippe und das Gesicht Gottes wäre weiter im Dunkeln geblieben. „Und das macht mich froh und gibt mir Vertrauen, dass wir in der Krippe erkennen können, was Gott für einer ist“, so Ralf Kirschke. Gott sei Mensch geworden, so Andrea Hauber, und zeige sich als Kind. Aufzustehen, sich aufzumachen zu diesem Kind und es in unsere Herzen zu lassen; mit einer neuen Sicht aus diesem Gottesdienst in die Welt zu gehen – darum ginge es. Und so war die Botschaft an die Schülerinnen und Schüler, an die Lehrerinnen und Lehrer für die Weihnachtszeit und weit darüber hinaus: „Hört nicht auf aufzustehen!“ (mh)

Von Tiefseequallen, „meinem persönlichen Außenseiteralbtraum“ und davon, wie Lügen zu einer literarischen Karriere werden können.

Zum Auftakt der Anti-Mobbing-Tage der siebten Klassen las die Jugendbuchautorin Stefanie Höfler für die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Roman „Tanz der Tiefseequalle“, der für den deutschen Jugendbuchpreis 2018 nominiert war.
Ein Teil der Siebtklässler/innen hatte den Roman bereits im Unterricht gelesen und es ist kein alltägliches Erlebnis, eine Autorin, deren Werk man im Fach Deutsch durchgenommen hat, live zu erleben, sie darüber sprechen zu hören, wie es überhaupt zu dem Roman kam, nach seiner Meinung über die Geschichte und die Figuren gefragt zu werden und selber Fragen stellen und Kritik äußern zu können.
Die beiden Hauptfiguren sind Nico, der wegen seines Übergewichts verlacht und geärgert, ausgegrenzt und terrorisiert wird, der sich als „Tiefseequalle“ beschimpfen lassen muss. Und die schöne Sera, die es nicht gut findet, wie alle mit Nico umgehen, aber nichts tut. Die zwar sehr gut aussieht, sich aber trotzdem nicht vor dem „tollsten“ Jungen der Klasse schützen kann, als der sie begrabscht und beknuscht.
Laut Stefanie Höfler erzählen sie die gleiche Geschichte, aber doch nicht dieselbe. Sie liest Passagen aus dem Roman vor und verdeutlicht die Perspektiven der Figuren, indem sie zwischen zwei Stühlen wechselt: Als Nico liest sie auf dem schwarzen Stuhl, als Sera auf dem weißen. Anschließend tauscht sie sich mit den Schülerinnen und Schülern über die gelesenen Abschnitte aus: Hättet ihr euch so verhalten wie Mobbingopfer Nico? Was ist ein Held? Kann ein Held Mobbingopfer werden? Stellen die Schülerinnen und Schüler sich die Figuren so vor, wie sie sich die Autorin vorgestellt hat? Welche Handlungsmöglichkeiten für die Charaktere hätten sie gesehen? Wie ist die Autorin auf die Idee zu der Geschichte gekommen?
Die Jugendlichen beteiligten sich engagiert am Gespräch und erfuhren viel Interessantes: Stefanie Höfler hat als Lehrerin selbst Mobbingopfer betreut. Sie hat erlebt wie es ist, wenn jemand „aufs Übelste drangsaliert wird“. Sie ist als Schülerin mit einem Jungen befreundet gewesen, dem jegliche Körperbehaarung fehlte und dessen Aussehen daher sehr weit weg vom Normbild war. Diese Erfahrungen hätten schließlich zur Idee geführt eine Geschichte über jemanden zu schreiben, der nicht dem gesellschaftlich normierten, als schön empfundenen, erwarteten Aussehen entspreche. Zum Teil kämen Szenen ihrem „persönlichen Außenseiteralbtraum“ gleich.
Auf Nachfragen beschreibt die Autorin, wie das überhaupt vor sich geht, wenn man ein Buch schreibt, was zwischen der Idee und dem Buch, das man in die Hand nehmen kann, alles liegt. Und gefragt, wie sie überhaupt Autorin geworden sei, stellt sie eine Gegenfrage: „Wer von euch hat schon mal seine Eltern angelogen?“ Nach einigen verschämten Blicken hin und her meldet sich ihr gesamtes Publikum. (Man behauptet: einschließlich anwesender Lehrkräfte!) Und Stefanie Höfler berichtet fröhlich, dass es eine Phase in ihrer Kindheit gegeben habe, in der sie sehr gern gelogen habe, was für ihre Eltern nicht leicht gewesen sei. Aber sie habe solchen Spaß daran gehabt, dass sie irgendwann damit begonnen habe, die ausgedachten Dinge aufzuschreiben. Es habe aber dann noch gedauert, bis sie über 30 gewesen sei, bevor sie ihren ersten Roman geschrieben habe.
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ schreibt über „Tanz der Tiefseequalle“, es sei „ein Roman über Mobbing und die Gewalt von Sprache. [...]. Es geht um Liebe, um Verrat und darum, was Freundschaft bedeutet. Kurzum, es geht um so ziemlich alles, was einen beim Erwachsenwerden umtreiben kann.« [Katrin Hörnlein, DIE ZEIT, 9.3.2017]

Es scheint also genau der richtige Roman für Schule und Unterricht zu sein!

Studienfahrt Paris (Kurs Buff)

Begrüßung zum Jugendforum

Jugendforum der Atomtage: „Das hat uns die Augen geöffnet“

Die  Forderungen  der  Schülerinnen  und  Schüler  des  Gymnasiums  Neureut  sind eindeutig: die Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit und eine viel stärkere Nutzung  erneuerbarer  Energien.  „Uns  ärgert,  dass  Deutschland  Uran  aus Ländern  bezieht,  wo  die  Menschenrechte  massiv  verletzt  werden“,  so  Tijana Tomcic.  Zusammen  mit  Lucas  Denecken  und  Kim  Winkler  war  Tijana  als Vertreterin  des  Jugendforums  der  Karlsruher  Atomtage  zur Abschlussveranstaltung  im  Ziegler-Saal  in  der  Südstadt  gekommen,  um  die
Forderungen, den Ärger und die Fragen der jungen Leute in die Öffentlichkeit zu tragen.
Bereits das 4. Mal veranstaltete Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete von Bündnis  90/Die  Grünen  sowie  Vorsitzende  des  Ausschusses  Umwelt, Naturschutz  und  nukleare  Sicherheit,  zusammen  mit  dem  Landes-  und Kreisverband  sowie  den  Grünen  im  Europäischen  Parlament  die  Karlsruher Atomtage  mit  Vorträgen  und  Exkursionen.  Alljährlich  findet  hierbei  auch  ein Jugendforum  an  einer  Schule  statt.  Die  Fachschaft  Gemeinschaftskunde  des Gymnasiums Neureut hatte sich entschlossen, das Forum mit dem Titel „Uran – der Stoff, aus dem die Albträume sind“ zusammen mit dem Wahlkreisbüro von Sylvia  Kotting-Uhl  zu  organisieren  und  in  den  Räumen  des  Gymnasiums  zu veranstalten. Mit von der Partie waren beide Leistungskurse Politik der 11. und 12. Klasse. Einerseits war das Ziel des halbtägigen Workshops, die Schülerinnen und Schüler für politische Arbeit zu begeistern, sie zu kritischen und engagierten Bürgern  zu  machen,  die  etwas  bewegen  wollen.  Andererseits  ist  der  Nutzen einer aktiven Menschenrechtspolitik auch Thema des Bildungsplans.  
Bereits  vor  dem  Jugendforum  waren  die  Oberstufenschüler  beim  Besuch  des Films „Yellow cake – die Lüge von der sauberen Energie“ im Schauburg-Kino mit dem Abbau von Uran in der ehemaligen DDR, in Kanada, Australien und Namibia konfrontiert  worden.  Besonders  entsetzte  die  Schüler,  was  mit  den unglaublichen Mengen an strahlendem Abfall geschieht, der bei der Gewinnung von  Uran  anfällt.  „Das  hat  mich  total  schockiert“,  so  Lucas  Denecken,  der  die Oberstufe  auf  dem  Podium  der  Abschlussveranstaltung  vertrat.  „Wir  müssen dieses Wissen an alle weitergeben. Viele haben davon keine Ahnung“.  
Beim  Workshop  in  der  Schule  hatten  die  Kurse  in  Kleingruppen  am  Computer zum Thema Uranabbau recherchiert: Was ist Uran überhaupt? Wo wird es unter welchen  Bedingungen  abgebaut?  Kann  man von  Menschenrechtsverletzungen sprechen?  Welche  Firmen  sind  beteiligt?  Mit  diesen  Fragen  setzten  sich  die Gruppen auseinander, um am Ende dann Forderungen, Fragen und ihren Ärger zu sammeln und auf Plakaten zu formulieren, die dann auf der  Abschlussveranstaltung der Atomtage präsentiert wurden. „Mit dem  
Atomausstieg gilt das Thema für viele in Deutschland als abgewickelt“, erklärte Sylvia Kotting-Uhl bei der Begrüßung der Kurse im Studiensaal des Gymnasiums Neureut. „Dabei ist das eine unglaublich große Zukunftslast, die vorhanden ist,  auch wenn man sie nicht sieht. Ihr seid mit diesen Hinterlassenschaften konfrontiert“.  
Besonders deutlich wurden die Gefahren des Abbaus und der Altlasten noch  einmal in zwei Vorträgen von Experten, die mit Lucas zum Abschluss der  Atomtage auf dem Podium saßen. Günther Wippel von Uranium Network setzte sich mit „Menschenrechtsverletzungen für unseren Strom“ auseinander und  Harry Block vom Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland mit dem Thema „Deutsche Urangeschäfte trotz Atomausstiegs“. Hier zeigte sich, neben den  hohen Gefahren für die Arbeiter in Abbauländern, welche Rolle die Bundesrepublik trotz des Ausstiegs bei der Verarbeitung des Urans immer noch spielt. So wird in Gronau an der niederländischen Grenze Uran angereichert, das dann im niedersächsischen Lingen zu Brennstäben und Brennelementen verarbeitet wird. Dabei fallen Tausende Tonnen hochgefährlichen Abfalls an, die in Gronau in offenen Fässern herumstehen, so Harry Block. Darüber hinaus sei die Herstellung der Brennelemente, die vor allem an ausländische Atomkraftwerke geliefert würden, unglaublich teuer und benötige enorm viel Energie, die wiederum über die CO2-intensive Braunkohle hergestellt werde.  
„Es wird Zeit, dass ihr ans Ruder kommt“, meinte ein älterer Mann aus dem Publikum zu Lucas, Tijana und Kim. Und auch Sylvia Kotting-Uhl erklärte, dass es wichtig sei, dass sich junge Menschen jetzt der Atompolitik annähmen.  
Gleichzeitig wollte sie von dem Oberstufenschüler wissen, ob solche Themen nicht häufiger Eingang in die Schulen finden sollten. „Die Atomtage haben bei mir einen großen Eindruck hinterlassen. Man sollte das an allen Schulen machen“, betonte Lucas. „Es hat uns die Augen geöffnet, dass jetzt etwas passieren muss!“ (mh)

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