Ökoschule: Aktuelles

Umweltschutz und Fitnesstraining statt schnödem Schulalltag

Harte Arbeit war die Entsiegelungsaktion für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe: Etwa 600 Quadratmeter Steine wuchteten sie aus dem Schulhofboden. Fotos: Blaeß
Trotz des winterlichen Ambientes und der vielen Steine lässt sich schon erahnen, wie schön es einmal sein wird, wenn der Baumpfad angelegt ist.
Als Umweltschule mit dem EMAS-Zertifikat hat sich das Gymnasium Neureut verpflichtet, dass die Ökologie in alle Bereiche des Schullebens Einzug hält. Der große Schulhof bietet sich für eine Entsiegelungsaktion geradezu an.

Die einen gehen ins Fitnessstudio, die nächsten spielen Tennis und andere machen Yoga. Doch wir, die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Neureut, machen Fitness- und Krafttraining ganz einfach in der Schule und nebenbei helfen wir noch mit, die Umwelt zu verbessern. Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler aus der Mittel- bis Jahrgangsstufe bestand darin, die circa 650m2 große Pflastersteinfläche neben der Schule aufzureißen und die Steine herauszuheben, um sie in extra für dieses Projekt angemietete Container zu werfen. (Hier weiterlesen...)

¡Bienvenidos amigos de San Miguel de Los Bancos!

Einen guten Monat nach unserer Anbahnungsreise nach Ecuador besuchten uns schließlich unsere Partner für eineinhalb Wochen in Neureut. Am Sonntag, den 26.6.16 war es soweit, und wir konnten unsere kleine Reisegruppe, die beiden Lehrerinnen Lilia de Monar und Cecivel Carbo mit Mayli und Kevin, aus San Miguel de Los Bancos voller Freude empfangen.

Wir waren alle sehr gespannt auf die kommenden Tage, wie das wohl werden wird, was sie uns Neues von ihren Aktivitäten am Colegio zu berichten hatten, wie sie die neuen Eindrücke hier aufnehmen, und welche weiteren Ideen sich für unser gemeinsames Projekt in den kommenden Tagen entwickeln würden. [mehr]

Faszinierende Eindrücke von der Anbahnungsreise nach Ecuador

Vom 5. bis 15. Mai 2016 haben sich die zwei Umweltschulsprecher Lennart Kleinhans und Yannick Knieriemen (Kl. 10a) mit der Spanischlehrerin Frau Schott und der Umweltbeauftragten Frau Blaeß nach langer Vorbereitung auf den Weg nach Ecuador gemacht, um Schüler- und Lehrerschaft des Colegio San Miguel de Los Bancos persönlich kennenzulernen und das Umweltzentrum Mindo Lindo mitten im Nebelwaldreservat zu erkunden. Die ecuadorianischen Partner haben uns sehr herzlich empfangen und bestens umsorgt. Die anfänglichen Befürchtungen, was sprachliche Hürden anbelangt, waren schnell vergessen, die zwischenmenschliche Verständigung funktionierte einwandfrei.

Viele gemeinsame Aktivitäten und Überlegungen haben uns einander näher gebracht. Bei den Treffen mit Schülerinnen und Schülern der Umweltgruppe vor Ort und den zwei gemeinsamen Tagen im Umweltzentrum in Mindo Lindo wurde deutlich, dass der Umweltschutz beiderseits ein brisantes Thema ist, für das sich die Jugendlichen gemeinsam stark machen möchten. Das einzigartige Ökosystem Nebelwald mit den zahlreichen Pflanzen- und Tierarten, den wundervoll glänzenden Kolibris und Schmetterlingen, den riesigen Baumfarnen und Palmen, den dicht mit Moos und Aufsitzerpflanzen bewachsenen hohen Bäumen mit teilweise meterbreiten Brett- und meterhohen Stelzwurzeln, neben denen ab und an Lianen herunterhängen, war beeindruckend.

Die Wanderung in Mindo Lindo mit Frau Dr. Heike Brieschke und Herrn Pedro Peñafiel, die einmal querfeldein durch dieses Dickicht steil abwärts und auf der anderen Seite des Flusses durch eine Kaskade von Wasserfällen wieder aufwärts ging, das Ganze in Gummistiefeln, forderte manch einen heraus und ließ uns den Wald mit der sagenhaften Geräuschkulisse hautnah erleben. Auch auf dem Schulgelände befindet sich ein schmaler Pfad, der durch Nebelwaldgelände führt, das von der Umweltgruppe von Müll frei gehalten wird. Die Größe des Schulgeländes war für uns kaum fassbar, die Schulgebäude allerdings überschaulich.

Die "Mensa" wurde vor allem von unseren Schülern gerne für Zwischenmahlzeiten genutzt (z.B. Reis mit Hühnchen morgens um 10 Uhr, Honigmilchbrötchen oder knallroter Wackelpudding). Der Wackelpudding kam bei gemeinsamer schweißtreibender Arbeit im neu errichteten Schulgarten auch gerade richtig. Dort haben wir gemeinsam drei neue Beete angelegt. Die Jungs haben hierfür mit Pedro Bambus am Fluss gefällt und herbeigeschafft. Nach der Einsaat und Pflanzung wurde schließlich mühsam gegossen. Hierzu war es nötig, das Wasser in relativ kleinen Gefäßen aus dem Schulhof herbeizutragen und mit einer durchlöcherten Blechdose zu gießen. Dem wurde am nächsten Tag Abhilfe geschafft, indem wir in einem urigen "Agrarfachhandel" neben ein wenig Gartenwerkzeug eine chinesische Plastikgießkanne und einen großen Mülleimer als Wasserkanister besorgten.

In der Schule wurde nicht nur gegärtnert, sondern man tauschte sich auch über ökologische Probleme, Aktionen und Visionen aus, besuchte eine Englischstunde, sah dem Sportunterricht unter freiem Himmel zu und erlebte den Morgenappell mit (bis auf Lennart, der ihn hinter der Schulabsperrung mitverfolgen musste, da er zu der Zeit niemanden antraf, der ihm das Tor geöffnet hätte). Die Vertreter der Stadt haben sich ebenfalls sehr bemüht, uns Los Bancos mit all seinen Facetten zu zeigen. Wir waren zu einem Gespräch bei der Bürgermeisterin eingeladen, haben die Kindertagesstätte und den Seniorentreff besucht, eine Kindermodeschau zu sehen bekommen und die ökologischen Projekte, die bereits verwirklicht wurden, wie etwa der Iguana-Park: eine einstige Müllhalde, die in zahlreichen Stunden Arbeit vor allem auch durch Schüler und Eltern in einen grünen Park verwandelt wurde. Desweiteren besichtigten wir die städtische Baumschule, die erfolgreich Bäume heranzieht, um das Aufforstungsprojekt zu verwirklichen und die Müllhalde, wo eine Erweiterung neu ausgehoben und abgedichtet wurde. Bei den tropischen Regengüssen, die wir täglich zu spüren oder unter Wellblechdach zumindest stark zu hören bekamen, ist eine solche Abdichtung unabdingbar.

Insgesamt war es eine sehr bewegende Reise mit vollem Programm, zahlreichen Eindrücken und äußerst freundlichen Begegnungen. Wir sind nun sehr gespannt und freuen uns auf den Gegenbesuch der ecuadorianischen Partner Ende Juni.

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