Schuljubiläum - 50 Jahre Gymnasium Neureut

Kunstprojekt Fifty-Fifty: Spenden für krebskranke Kinder

Während der Projekttage anlässlich des Schuljubiläums gestalteten 25 Schülerinnen und Schüler gemeinsam zwei große Radierungen. Grundlage für die zwei gedruckten Bilder waren je 25 Motive. Diese fanden die Schülerinnen und Schüler in und um das Schulhaus und in der Sporthalle. Von ihrer Motiv-Suche am ersten Projekttag brachten sie einen reichen Schatz an Zeichnungen mit, der als Grundlage für die einzelnen Radierungen diente. Mit einer Radiernadel wurden die Motive in die 10x10cm großen Kunststoff-Platten geritzt.
Die Schülergruppe einigte sich darauf, bei einem der beiden Bilder mit den 25 Motiven eine 50 zu gestalten. Für das zweite Bild wurden die anderen 25 Motive zu einem Rechteck angeordnet.
Die Radier-Platten wurden in Schwarz, Rot oder Grün gedruckt. Die fertigen Drucke zeigen eine Vielfalt an kleinen und großen Dingen, die sich in unserer Schule finden: eine Tischtennis-Platte, Pokale in der Vitrine, ein großes Blatt, den Rosaroten Panther, ein Fußballtor, die Uhr, ein Turnschuh und vieles mehr. Natürlich ist auch das Schulgebäude selbst zu sehen.
Auch wenn der eigentliche Plan, die beiden Drucke für einen guten Zweck zu versteigern, nicht aufging – die Projekt-Gruppe hatte auch hier Ideen gesammelt und sich darauf geeinigt, den Erlös dem Förderverein für krebskranke Kinder e.V. in Karlsruhe zukommen zu lassen – gelang es, während des Projektnachmittags Spenden in Höhe von 113,72 Euro zu sammeln und den Bildern einen neuen Bestimmungsort zukommen zu lassen.
Zwei weitere Exemplare der Drucke werden zukünftig in der Mensa zu sehen sein.
Liebe Projekt-Teilnehmer, vielen Dank für euren Einsatz!

Festakt zum 50. Geburtstag: „Grauer Betonbau“ mit einem „tollen Gymnasium“

„Sieht aus wie eine Wurstfabrik“, sagt Benni und deutet auf den Rohbau in hellgrauem Beton, der auf dem Schwarzweißfoto zu sehen ist. Benni – das ist ein Fünftklässler in einem Sketch auf der Bühne der Badnerlandhalle. Und die „Wurstfabrik“ aus Beton? Das ist seine Schule: das Gymnasium Neureut. So einige Male wurde beim feierlichen und kurzweiligen Festakt zum 50. Geburtstag der Schule auf die Optik des Gebäudes an der Unterfeldstraße angespielt. Von einem „pragmatischen Betonbau mit entsprechend pragmatischem Namen“ sprach auch die Festrednerin Professor Dr. Susanne Rupp, die 1986 hier Abitur gemacht hat und mittlerweile Vizepräsidentin der Universität Hamburg ist. Während andere Gymnasien ihr Prestige und ihre Geschichte pflegten, hätten in dieser jungen Schule Menschen ganz viel gestaltet und Potenziale gehoben, die da waren. „Es gab Lehrer, die wollten etwas“, sagte die Rednerin. „Und wir haben enorm davon profitiert.“ Susanne Rupp sprach im Namen aller Ehemaligen, die bei dieser Feier im Mittelpunkt standen, wie Schulleiter Tilman Hedinger betonte. Und es waren viele, die für den Geburtstag ihrer Schule teilweise weite Wege auf sich genommen hatten. „Der Geist, die Freude und die Kraft, die diese Institution hat, überträgt sich auf die Stimmung hier im Saal“, lobte Rupp. Und wirklich: Freude, Energie und Humor waren in allen Beiträgen dieses Vormittags, der mit der Schulglocke begann und von einer humorigen Moderation durch die ehemaligen Schüler und Radiomoderatoren Boris Meinzer und Christian Pudlo begleitet wurde, zu spüren.
„Seit der Schulgründung ist viel geschehen“, erzählte Schulleiter Tilman Hedinger in seiner launigen Begrüßung. 1969 beginnt alles: Das Gymnasium Neureut nimmt in den Räumen der Waldschule in der Kirchfeldsiedlung mit drei fünften Klassen seinen Betrieb auf. Erst 1973 wird das Schulzentrum Neureut bezogen, das in den nächsten Jahren schrittweise erweitert wird. Hedinger verwies auf den Zahn der Zeit, der am Gebäude nagt. „Immer wieder bröckelte, tropfte oder rostete es“. Die Stadt Karlsruhe habe hier sehr viel getan. Mittlerweile haben umfangreiche Umbaumaßnahmen begonnen, die einige Jahre in Anspruch nehmen werden. Von der äußeren Optik her wird die Schule dann vermutlich immer noch kein Schmuckstück sein. Aber: „Beton im Bau – nicht in den Köpfen“, das sei das Motto – auch für die nächsten Jahre. Und der Schulleiter lobte die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neureut: aufmerksam, klug, gut erzogen und zur Verantwortung bereit seien sie, meinte er augenzwinkernd. „Wenn sie jetzt noch die Handys ausschalten, die Hausaufgaben machen und ihre Arbeitsmaterialien mitbringen würden…“.
Die Vielfalt des Gymnasiums Neureut und seine Bedeutung als Ort der inneren und geistigen Heimat betonte Schulpräsidentin Anja Bauer in ihrem Grußwort. Sie lobte die zahlreichen Verbindungen ins Ausland, das globale Denken als Umweltschule, die gute Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten und die zahlreichen Profile. Statt des „grauen Bildes der Betonschule“ gebe es „Wurzeln in den Köpfen“. „Das ist ein hervorragender Startplatz in die Zukunft“, betonte sie. Über das politische Engagement des Gymnasiums Neureut, das seit diesem Schuljahr „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, freut sich Bürgermeister Martin Lenz und nannte die Schule an der Unterfeldstraße „ein tolles Gymnasium“. Viel Lachen erntete Ortsvorsteher Achim Weinbrecht. Er betonte, dass das Geburtstagskind in Neureut, nicht in Karlsruhe geboren sei. Die Gründung der Schule vor 50 Jahren habe damals für Neureut und die nördliche Hardt den Zweck gehabt, das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land auszugleichen. „Diesen Auftrag haben Sie zu hundert Prozent erfüllt“, meinte er und sagte der Schulgemeinschaft weiterhin die Erfüllung vieler kleiner Wünsche zu.
Überhaupt spielten Humor und Lachen, Musik und Gesang an diesem Vormittag eine große Rolle. So machte die Percussion-Gruppe von Lehrerin Nina Skoda den Anfang, die Kennel-Band brachte mit südamerikanischen Songs Stimmung in die Halle und Tilman Hedingers Sketch mit Schülerinnen und Schülern, die die Schulgeschichte anhand von Fotos kommentierten, brachte die Gäste zum schallenden Lachen. Der ehemalige Lehrer Heinrich Schultheiß ließ in einer Videoshow – „GN worldwide“ – die Reisen, Exkursionen und Austausche der vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Mit dem Schulchor unter der Leitung von Christine Schott kamen noch einmal Schülerinnen und Schüler musikalisch zu Wort. Und nicht zuletzt sorgten Christian Pudlo und Boris Meinzer für komödiantische Einlagen.
Mit dem Bühnenprogramm in der Badnerlandhalle war die Jubiläumsfeier aber keinesfalls zu Ende. Am Mittag wurde auf dem grünen Schulgelände an der Unterfeldstraße weitergefeiert. Unter schattenspendenden Bäumen konnten die Ehemaligen – an nach Jahrgängen geordneten Tischen – zum Essen und Trinken zusammensitzen, Erinnerungen und Erfahrungen austauschen, an Schulführungen teilnehmen oder sich an der Fotostation mit einstigen Schulkameradinnen und -kameraden ablichten lassen. „Wurstfabrik“ aus Beton? Diese optische Kleinigkeit interessierte an diesem Tag niemanden. Denn, so betonte der stellvertretende Schulleiter Patrick Krätz: „Es sind die Menschen und die Beziehungen zu Menschen, die das Leben ausmachen.“ (mh)

Schuljubiläum: Ein herzlicher Dank an alle Sponsoren

Nach einem wunderschönen Festakt und erlebnisreichen Projekttagen ist es der Schulgemeinschaft des Gymnasiums Neureut ein Bedürfnis, den Sponsoren des Schuljubiläums herzlich zu danken. Mehrere Firmen und Institutionen haben mit ihrem Beitrag dafür gesorgt, dass die Projekttage und das Fest in der Badnerlandhalle zu unvergesslichen Erlebnissen werden konnten. Darüber hinaus war durch diese Unterstützung auch die Finanzierung der durchweg gelungenen Festschrift möglich. Im Einzelnen unterstützten uns die Sparkasse Karlsruhe, die Spar- und Kreditbank Hardt eG aus Eggenstein-Leopoldshafen, die Raiffeisenbank Hardt-Bruhrain eG aus Dettenheim, das Sport- und Schulamt Karlsruhe, die Bauschreinerei und Glaserei Farischon aus Neureut mit dem Inhaber Frank Glaser, die Steuerberatungsgesellschaft Gunter Lüdje sowie die Firma Köhler & Meinzer GmbH & Co KG, Bauträger, Architektur- und Immobilienbüro aus Eggenstein-Leopoldshafen. Ihnen allen vielen Dank! (mh)

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