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Theaterbesuch: „Die Welle“ legt Erschreckendes offen

Das Foto zeigt ein Symbolbild von unsplash eines Aufmarsches im Gegenlicht.

Die gesamte Vorstellung dauerte ca. 90 Minuten und wurde komplett ohne Pause durchgezogen. Das hat die Sache interessanter gemacht, weil man nicht mittendrin abgelenkt wurde, sondern die ganze Zeit die sich zuspitzende Atmosphäre miterleben konnte. Die Handlung ging um eine Schulklasse und ihren Lehrer Herrn Ross. Da die Schüler im Geschichtsunterricht nicht verstehen konnten, warum die Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus damals alle mitgelaufen sind, startete der Lehrer ein Experiment. Er gründete die Gemeinschaft "Die Welle" und führte strenge Regeln ein. Es mussten alle ordentlich und aufrecht sitzen, beim Antworten strammstehen und einheitliche Parolen im Chor rufen wie "Macht durch Gemeinschaft" oder "Macht durch Disziplin". Zunächst kam das bei den meisten richtig gut an, weil ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstand, bei dem alles andere egal war. Aber die Stimmung kippte schnell ins Gefährliche, da z.B. Schülerinnen und Schüler, die nicht bei der "Welle" mitmachen wollten, von ihren eigenen Mitschülern isoliert, bedroht und richtig zusammengeschlagen wurden, sodass es bei den Eltern und bei zwei seiner Schüler viele Sorgen gab und der Lehrer das Experiment stoppen musste. Am Ende brachte Herr Ross die Schüler zu einer großen Versammlung in der Turnhalle zusammen, um ihnen den wahren, großen Anführer der Bewegung zu präsentieren, mit dem sie angeblich Deutschland stürzen wollten und eine neue Regierung zur Macht bringen wollten. Doch dieser Führer, das war Hitler – hier Herr Ross mit einer Maske von Hitler. Er erklärte ihnen, dass sie sich in den letzten Tagen exakt wie die Menschen im Nationalsozialismus verhalten und sozusagen ein „Hitler 2.0“ erschaffen hatten. Das saß erst mal. Bei den Schülern herrschte Schweigen, bei manchen sogar Wut oder Trauer, weil ihnen erst in diesem Moment klar wurde, was sie da eigentlich getan hatten. So war das Experiment vorbei. Der Theaterbesuch hat am Ende deutlich bewiesen, wie schnell man sich durch Gruppenzwang mitreißen lässt und wie das eigene Denken aussetzt, wenn man sich nur noch von einer Masse manipulieren lässt. Genau wie im Nationalsozialismus vor 90 Jahren. (Symbolbild: unsplash)
Von Kiavash (9a)