MINT-EC Camp “Physik trifft Medizin”: Forschung, die unter die Haut geht
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Während ihrer Teilnahme hatten die 20 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema Strahlung auseinanderzusetzen. Neben zwei Schülern des Gymnasiums Neureut waren Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland mit von der Partie, ebenso eine deutsche Schule aus Istanbul. Nach der ersten Nacht in der Jugendherberge Karlsruhe ging es am folgenden Morgen zum KIT-Campus Nord, wo der erste Workshop stattfand. Zunächst wurde die Nebelkammer vorgestellt, mit deren Hilfe ionisierte Strahlung sichtbar gemacht werden kann. Ein einführender Vortrag zu den Grundlagen der Strahlung bereitete auf das anschließende Praktikum vor, in dem mit leicht radioaktiven Stoffen experimentiert und verschiedene Möglichkeiten des Strahlenschutzes untersucht wurden. Am Nachmittag stand ein Besuch im ZKM auf dem Programm, bevor der Abend zur freien Gestaltung zur Verfügung stand.
Der nächste Tag widmete sich der Röntgentechnik und Röntgenstrahlung. Nach einer ausführlichen thematischen Einführung und der Vorstellung verschiedener Forschungsinstrumente erfolgte eine Rundfahrt über den Campus. Dabei konnten sowohl der stillgelegte Kernreaktor als auch das Zyklotron besichtigt werden. Mit Letzterem ist es unter anderem möglich, medizinische Radioisotope herzustellen.
Am Nachmittag lag der Fokus im Bereich der Chemie, insbesondere auf der Isotopenproduktion und deren medizinischer Anwendung. Zum Abschluss bestand die Möglichkeit, mit Bleiwesten ausgestattet, verschiedene Objekte, darunter Knochen und Alltagsgegenstände, zu röntgen. Der Donnerstagabend klang gemeinsam mit Pizza in der Jugendherberge aus.
Am letzten Tag des Camps erfolgte eine Einführung in die Strahlenbiologie und mögliche Strahlenschäden. Anschließend konnten die Teilnehmenden in einer virtuellen Realität verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Strahlung in einem simulierten OP-Saal erproben. Zum Abschluss des Camps wurden Präsentationen zu selbst gewählten Themen aus den vergangenen Tagen vorbereitet.
Nach drei ereignisreichen Tagen endete das gemeinsame Programm. Besonders die zahlreichen wissenschaftlichen Experimente vermittelten einen vielseitigen Eindruck davon, wie breit gefächert die Anwendungen der Physik in der Medizin sind. Insgesamt wurde das Camp von den Teilnehmenden als sehr bereichernd empfunden. Neben dem fachlichen Erkenntnisgewinn bot es auch die Möglichkeit, neue Kontakte über Schul- und Ländergrenzen hinweg zu knüpfen und das Interesse an wissenschaftlicher Arbeit weiter zu vertiefen. MINT-EC-Camps sind daher besonders für Schülerinnen und Schüler empfehlenswert, die sich für naturwissenschaftliche und medizinische Fragestellungen interessieren. (Thoma R., J2)