Zum Hauptinhalt springen

Klassenfahrt ins Europäische Parlament: Man kann Großes erreichen

Die Schülerinnen und Schüler der 10b vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments.

Begleitet von den GMK-Lehrkräften Carmen Stütz und Simon Ibrahim ging es am Montagmorgen mit dem Zug nach Straßburg. Es ging in eine Stadt von Welt, deren faszinierende Fassade aus barocken, gotischen und wilhelminischen Bauten zugleich das Herz der Europäischen Union beherbergt.

Nach einem schönen Vormittag beim Flanieren durch die sommerlichen Gassen ging es schließlich genau dorthin. Wir betraten den gewaltigen, postmodernen Ringbau des Europäischen Parlaments. Der erste Schritt in das Innere des größten multinationalen Parlaments der Welt war zugleich ein Schritt in die praktische Anwendung des Gelernten aus dem GMK-Unterricht.

Direkt nach der Ankunft wurden wir nicht nur Zeugen, sondern selbst Mitwirkende am parlamentarischen Entscheidungsprozess der EU. Im Parlamentarium „Simone Veil“ bietet das Europäische Parlament nämlich einen „Crashkurs“ in europäischer Gesetzgebung an. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei zu Abgeordneten des Europäischen Parlaments (MdEP), erhalten Fraktionen zugeteilt und setzen sich mit erfundenen Gesetzesinitiativen der Europäischen Kommission auseinander.

Das Planspiel ist zeitlich genau getaktet und legt fest, wann Fraktionssitzungen zur Besprechung der eigenen Positionen, Ausschusssitzungen zur Diskussion mit Mitgliedern anderer Fraktionen oder die Plenardebatte stattfinden. Während der gemeinsamen Plenardebatte konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Standpunkt beziehungsweise den ihrer Fraktion vor den anderen vertreten, Fragen stellen und beantworten sowie neue Anregungen mit zurück in Ausschuss und Fraktion nehmen. Ebenso wichtig war dabei der Kontakt zur Bevölkerung und zu den von den geplanten Gesetzen Betroffenen. Über Monitore wurden dazu kurze Beiträge beispielhafter Personen gezeigt. Außerdem wurden wir mit den Positionen verschiedener Lobbygruppen konfrontiert, um deren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nachvollziehen und bewerten zu können.

Doch was wäre ein Besuch im Parlament ohne einen Blick in den Plenarsaal? Von der Besuchertribüne aus konnten wir den größten Plenarsaal Europas besichtigen. Zwar befand sich dieser derzeit im Umbau und die Abgeordneten hatten bereits ihre Sommerpause angetreten, dennoch vermittelte der Saal einen eindrucksvollen Eindruck von der Arbeit des Europäischen Parlaments.

Abgerundet wurde der Besuch durch eine kurze Filmvorführung über die Geschichte Europas sowie die historischen Aufgaben und Erfolge der europäischen Einigung. Dafür saßen wir an einem runden Tisch, der das Prinzip des gegenseitigen Zuhörens in einer Demokratie ebenso symbolisiert wie das gesamte Gebäude und von einer 360°-Leinwand umgeben ist.

Genau das ist es auch, was wir von diesem Besuch mitnehmen. Es ist möglich, Großes zu erreichen – doch dafür muss man handlungsfähig sein. Und handlungsfähig ist nur, wer sich zusammenschließt, um gemeinsame Interessen und Werte gleichberechtigt zu vertreten. „In Vielfalt geeint“ – das Motto Europas, unserer Schule und unserer Klasse, die mit dieser Fahrt ihre letzte Klassenfahrt vor der Oberstufe absolvierte. (Danylo, 10b) (Fotos: Stütz)