Explore Science Wettbewerb: „Mehr gelernt als bei einer Eins“
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Bei Explore Science in Mannheim drehte sich dieses Jahr alles um das Thema “Zukunft MINT”. Die naturwissenschaftlichen Erlebnistage werden seit 2006 jährlich von der Klaus-Tschira-Stiftung veranstaltet.
Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 13 stellten sich dieser besonderen Herausforderung: Ein selbst konstruiertes U-Boot sollte in einem 40 cm tiefen Aquarium abtauchen, für 2min auf dem Boden verweilen und anschließend selbstständig wieder auftauchen.
Auch Cornelius Baumgartner, Tim Uhlmann und Marcel Wertmann aus der J1 stellten sich diesem anspruchsvollen Wettbewerb mit kreativen und technisch vielfältigen Lösungen.
„Am Anfang dachte ich, das Projekt wäre einfach, doch je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr verstand ich Sokrates – Ich weiß das ich nichts weiß“ – Marcel
Cornelius entwickelte einen mechanischen Aufziehmechanismus, den er mit Hilfe eines 3D-Druckers realisierte. Offene Zahnräder – angelehnt an ein Uhrwerk – gaben dem U-Boot eine ästhetisch ansprechende Optik. Doch dann griff ein unbeachteter Faktor ein und stellte den Erfolg auf die Probe.
Das Team Marcel und Tim entschied sich für eine technische Lösung: Während Marcel mit Lötkolben die Steuerung entwickelte, konstruierte Tim die mechanischen Komponenten rund um die Pumpe. Ihre Idee: Ein Lichtsensor erkennt das Erreichen des Beckenbodens und aktiviert einen NE555-Timer. Nach exakt 2min entleert sich die zuvor gefüllte Pumpe und das U-Boot steigt durch Auftrieb wieder auf. Der Clou: Die Konstruktion ist besonders nachhaltig, da keine Stoffe oder Gewichte im Wasser verbleiben.
Mit der Vorstellung, in einem Schulgebäude gegen einige wenige Teams anzutreten, reisten die drei nach Mannheim – und fanden sich plötzlich mitten im lebendigen Herzogenriedpark wieder. Zwischen Fontänen, Streichelzoo, Spielplätzen, Basketballfeldern und hunderten Besucherinnen und Besuchern wurde schnell klar: Das hier war ein echtes Großereignis. Allein für den U-Boot-Wettbewerb hatten sich 190 Teams angemeldet – und das war nur ein kleiner Teil der Veranstaltung.
Zuhause funktionierte Cornelius‘ U-Boot einwandfrei. Doch beim Wettbewerb vor Ort lief nicht alles wie geplant: Rückstände von vorherigen U-Booten im Wasser gelangten ins Getriebe und blockierten das Uhrwerk – ein unglücklicher Zufall, der die Mechanik ausbremste.
In Mannheim begegneten wir zahlreichen Teams – viele lösten die Aufgabe mit simplen Brausetabletten. Die Siegerteams, die am Ende das Preisgeld von 500 € mit nach Hause nahmen, setzten hingegen konsequent auf durchdachte technische Lösungen mit Elektromagneten.
Wir vom Neureuter Gymnasium sind stolz, dass Cornelius Baumgartner für technische Raffinesse und Qualität ausgezeichnet worden ist.
Obwohl das Zweitteam ohne Preis nach Hause ging, zog eines der Teammitglieder ein überraschend positives Fazit:
„Es war, als hätte man eine Sechs geschrieben – und trotzdem mehr gelernt als bei einer Eins. Man braucht nicht immer Noten, um Schüler zum Lernen zu motivieren, manchmal sind sie auch hinderlich”
Und genau das zeigt, wie wertvoll solche Wettbewerbe sind: Man lernt nicht für die Schule – man lernt fürs Leben. Und manchmal ist gerade das, was nicht perfekt läuft, der größte Antrieb, es besser zu machen. Rückblickend gab es keine Fehler – nur Fortschritt. Marcel Wertmann, J1