Bundesbank: Wie kommt das Geld in die Welt und bleiben die Preise stabil?
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Nach einer etwas anstrengenden Zugfahrt erreichten wir gegen 10.30 Uhr den Stuttgarter Hauptbahnhof und machten uns von dort aus zu Fuß auf den kurzen Weg zur nahegelegenen Hauptverwaltung der Bundesbank. Dort wurden wir herzlich von Herrn Stollhof, einem erfahrenen Mitarbeiter der Bundesbank, empfangen.
Im großen Konferenzraum nahm sich Herr Stollhof viel Zeit für uns und hielt einen informativen und anschaulichen Vortrag über die Aufgaben und Strukturen der Bundesbank. Gleich zu Beginn erklärte er den grundlegenden Unterschied zwischen Geschäftsbanken und der Zentralbank: Während Geschäftsbanken mit Privatkundinnen und -kunden arbeiten und gewinnorientiert handeln, verfolgt die Bundesbank keine Profitziele. Ihr oberstes Ziel ist die Sicherung der Preisniveaustabilität – also die Begrenzung der Inflation auf etwa 2 %. So soll die Kaufkraft erhalten und wirtschaftliche Stabilität im Land gewährleistet werden.
Besonders spannend war ebenso der Teil über den organisatorischen Aufbau der Bundesbank. Sie verfügt bundesweit über 31 Filialen und 9 Hauptverwaltungen, darunter auch die Hauptverwaltung in Stuttgart, die für ganz Baden-Württemberg zuständig ist. In jedem Land gibt es nur eine Zentralbank – in Deutschland ist das die Deutsche Bundesbank.
Etwa zur Hälfte des Vortrags gab es eine kleine Pause, in der wir mit leckeren Getränken und Häppchen versorgt wurden. Danach ging es mit dem zweiten Teil weiter, in dem Herr Stollhof auf die Europäische Zentralbank (EZB) und das Eurosystem einging. Aktuell haben 20 EU-Staaten den Euro eingeführt – ab dem nächsten Jahr wird voraussichtlich auch Bulgarien dazustoßen. Die EZB besteht aus dem Direktorium, dem Präsidenten bzw. der Präsidentin der Deutschen Bundesbank sowie den Leitungen der nationalen Zentralbanken der Euro-Staaten, welche gemeinsam die Geldpolitik des Euroraums gestalten.
Besonders positiv war auch, dass wir Herrn Stollhof auch viele Fragen stellen konnten, die er ausführlich beantwortete. Er nahm sich Zeit für unsere Interessen und erklärte unter anderem, wie wichtig gute Englischkenntnisse im Berufsalltag sind, vor allem, weil die Bundesbank stark international vernetzt ist und viel Austausch mit anderen Zentralbanken und Institutionen stattfindet.
Zum Abschluss stellte er uns noch die beruflichen Möglichkeiten bei der Bundesbank vor, darunter auch die eigene Hochschule in Rheinland-Pfalz, an der wirtschaftsnahe und praxisorientierte Studiengänge angeboten werden.
Insgesamt war der Besuch bei der Bundesbank für uns alle eine sehr spannende und bereichernde Erfahrung. Wir konnten nicht nur unser Wissen aus dem Unterricht vertiefen, sondern auch einen interessanten Einblick in die Praxis der Geldpolitik und die Arbeit einer Bundesbank gewinnen.
Anschließend hatten wir noch die Gelegenheit, uns in der schönen Stuttgarter Innenstadt umzusehen und etwas zu essen, bevor es wieder zurück nach Karlsruhe ging. (Fee und Bastian, J1)