Aus der Sucht in die Prävention: Wenn Alkohol das Leben verändert
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28 Jahre seines Lebens verschwendete er durch tägliches und übermäßiges Trinken von Alkohol. Obwohl er ein ruhiger Alkoholiker war, prägte seine Sucht auch die ersten Jahre seines Sohnes, worunter die Beziehung zu seiner damaligen Partnerin litt.
In seiner Jugendzeit trank er schon beim sogenannten Stiefeltrinken nach dem Handballtraining bedenkliche Mengen an Alkohol, um „cool“ zu wirken. Doch wenn er heute darauf zurückblickt, weiß er, dass das nicht cool war, sondern dumm. Von Jahr zu Jahr trank er immer mehr und öfter Hochprozentiges, bis er oft schon am frühen Morgen starken Alkohol in großen Mengen trank. Eines Tages vergaß er sogar seinen eigenen Sohn, der damals vier Monate alt war bei -5 Grad Außentemperatur vor dem Edeka, während er damit beschäftigt war, Alkohol zu kaufen und diesen daheim vor seiner Partnerin zu verstecken.
Niemand konnte ihn vom Alkohol fernhalten, auch keine gesundheitlichen Probleme, auf die seine Ärzte ihn regelmäßig hinwiesen. Schlussendlich beschloss er erst mit dem Alkohol abzuschließen, nachdem sein Arzt die alles entscheidende Frage stellte: „Willst du wirklich, dass dein Sohn in der Schule sagen muss: Mein Alter hat sich zu Tode gesoffen?“
Nachdem er die letzten Dezembertage mit seinen Schnapsflaschen verbrachte, entschied er sich am 01.Januar 2005 einen kalten Entzug zu machen. Außer um abends zwei Stunden zu den „anonymen Alkoholikern“ zu gehen, verließ er seine Wohnung bis zum 01.Juni 2005 nicht. Er sagt: „Mein Körper hat praktisch nach Alkohol geschrien. Diese Schmerzen würde ich nicht mal meinem größten Feind wünschen.“
Zusammen mit der Hilfe seiner Familie gelang es ihm so, seine Sucht hinter sich zu lassen. Seit damals hat er keinen Alkohol mehr zu sich genommen, weder pur noch in Medikamenten, nicht einmal alkoholfreies Bier.
Er hat damals nicht nur seine Alkoholsucht überwunden, sondern auch sein eigenes Unternehmen gegründet, bei dem er Schulen besucht und seine Geschichte erzählt, um die Jugendlichen vor der Gefahr des Alkohols zu warnen. Auch zu seinem Sohn pflegt Frank Milbich seitdem ein enges Verhältnis und er hat mittlerweile auch wieder eine Lebensgefährtin.
Um diese eindrückliche Erzählung über eine schwere Zeit seines Lebens zu vertiefen, gibt er uns am Ende noch zwei Zitate, die ein durch Alkohol verstorbener Freund bei den anonymen Alkoholikern mitschrieb, mit auf den Weg:
„Es ist keine Schande, alkoholkrank zu sein, aber es ist eine Schande, wenn man nichts dagegen tut.“
„Wer schon am Meeresgrund war, fürchtet sich nicht mehr vor Pfützen.“
Seine Geschichte hat uns alle schockiert, aber auch an die Gefahren von Alkohol erinnert, welche man immer im Hinterkopf behalten sollte. (Sina, Valentina, 8a)